Imster Altbauten unter der Lupe

Ein Team aus Architekten und Restauratoren wird in den kommenden Monaten die Eigentümer von historischen Gebäuden kontaktieren und beraten.

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Für den Ausbau des Pflegezentrums Imst wurde der Neubau abgerissen, der denkmalgeschützte Teil wird adaptiert.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Imst – Abrisse im Imster Stadtgebiet werden seit einigen Jahren sehr kritisch von Bauhistorikern wie Stefan Handle oder auch Teilen der Stadtpolitik verfolgt. Nun nimmt ein Projekt zur Sensibilisierung Fahrt auf: Für eineinhalb Jahre widmet sich ein Team aus Architekten den Themen Baudenkmal sowie Stadt- und Ortsbildschutz. „Die Auftragnehmer sind ausgewählt und werden sich Ende Juli vorstellen“, erklärt Gebhard Taschavoll, der seitens des Vereins Regio Imst das Projekt der Stadtgemeinde Imst betreut.

Im vorletzten Gemeinderat wurde das Projekt beschlossen. Es geht um das prinzipielle Problem, dass „in Orts- und Stadtkernen immer mehr alte und teils historische Gebäude“ leer stehen, heißt es in der Beschreibung. Darüber hinaus seien „in Imst zunehmend bauhistorisch interessante Gebäude vom Abriss bedroht“, heißt es weiter. Für die privaten Eigentümer erscheine eine Investition in die Renovierung wenig attraktiv. Gleichzeitig sind aber „in Zonen des Stadt- und Ortsbildschutzes, aber auch in ausgewiesenen Zonen der Dorferneuerung Förderungen für so genannte baukulturelle Mehrleistungen, das heißt die Erstattung von Mehrkosten, bedingt durch aufwändigere Ausführung, möglich“.

Die Ausschreibung gewann ein Architekten- und Restauratorenteam um Josef Wurzer und Katharina Kranewitter. Wurzer hatte sich bereits einen Namen bei der Reviralisierung von Rattenberg gemacht. Hauptaufgabe des Teams ist nun „eine detaillierte Erhebung zu Nutzung und Zustand der historischen Bausubstanz in Ober- und Unterstadt“. Damit soll eine Grundlage für die „eventuell in einer nächsten Phase erfolgende Zonierung gemäß Stadt- und Ortsbildschutzgesetz oder Dorferneuerung geschaffen“ werden. Ein wichtiger Aspekt sei „ein umfangreiches Beratungsangebot“ an die Eigentümer.

„Es soll ein Start sein“, sagt dazu Bürgermeister Stefan Weirather. Besonders wichtig sei allerdings, „dass die Eigentümer nicht zwangsbeglückt“, sondern auf freiwilliger Basis beraten werden. „Es geht um Informationen an die Leute, wie eine Sanierung funktioniert.“

Auch Tschavoll betont die Freiwilligkeit. Und er verweist darauf, dass das Team schon bald an die Eigentümer herantreten werde. Angelegt ist das Projekt bis zum 30. November 2022. „Dann werden wir auch sehen, wie wir vielleicht mit der Dorferneuerung weiter vorgehen“, verweist auch Bürgermeister Weirather auf das gelungene Pilotprojekt in Silz.

50.000 Euro sind für diese erste Phase zur „Sicherung und Weiterentwicklung der historischen Bausubstanz“ sowie der Sensibilisierung zu diesem Thema vorgesehen. Der vorgeschlagene Fördersatz für Kleinprojekte Terra Raetica liegt bei 70 Prozent. Dazu kommen noch einmal zehn Prozent aus dem Förderungstopf der Abteilung Dorferneuerung.


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