KEM, KLAR und CLAR: Pitztal arbeitet an Klimastrategien

Mit Hilfe von drei Programmen entwickeln die vier Pitztaler Gemeinden sowie der TVB Maßnahmen, um dem spürbaren Klimawandel entgegenzutreten.

  • Artikel
  • Diskussion
Die Dorfchefs Karl Raich, Walter Schöpf und Josef Knabl sowie die Manager Michael Metzler und Manuel Flür (v. l.) erarbeiten Ideen.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Arzl i. P. – „Es ist nicht mehr zu leugnen“, betont der Pitztaler Planungsverbandsobmann und Bürgermeister von Jerzens, Karl Raich. „Im vorderen Tal wird es zunehmend trockener, im hinteren Tal tobt der Wind. Der Gletscher schmilzt und die Starkregenereignisse haben ebenfalls zugenommen“, beschreibt er spürbare Klimaveränderungen im Pitztal. Doch man reagiert: Es sind mittlerweile drei Programme, die sich im Pitztal mit dem Thema Klimawandel intensiv auseinandersetzen.

Da ist zum einen die KEM, die Klima-Energie-Modellregion, in die der Bezirk Imst eingebettet ist. Dann gibt es das Programm CLAR (Clean Alpine Region) – dieses vom TVB Pitztal getragene Projekt befasst sich mit der Senkung des CO2-Ausstoßes, also dem Einbremsen der Entwicklung. Nicht zu verwechseln mit KLAR, der „Klima-Anpassungsregion“ der vier Pitztaler Gemeinden. „Dabei geht es eigentlich bereits darum, sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auseinanderzusetzen“, erklärt Projektmanager Manuel Flür.

Flür arbeitet seit dem 1. Juli an der Entwicklung des KLAR-Programmes. Bis Ende Jänner wird das Anpassungskonzept erstellt, zwei Jahre sollten dann zehn konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Vorbei ist es damit aber noch nicht – dann folgt die dreijährige Weiterführungsphase, in der weitere Projekte in Angriff genommen werden.

Zwei konkrete Vorhaben nennen die Bürgermeister bereits – und das Land Tirol hat auch schon die Mittel für einen vorzeitigen Beginn in Aussicht gestellt. Der Arzler Bürgermeister Josef Knabl erklärt dabei das Projekt „Pitztal summt“. Es ist freilich keine Erfindung des Pitztales, denn „das Inntal summt“ bereits seit einigen Jahren. Aber es ist eine Insektenschutz-Aktion, die man im Pitztal übernehmen will. Beim zweiten Projekt hat BM Raich Anleihe am Kaunergrat genommen: Es geht um die Sammlung von Oberflächenwässern in eigenen Regentanks, die dann für die Bewässerung privater Gärten verwendet werden können. Damit würde man überschüssiges Regenwasser davon abhalten, Kanalisation und Bäche bei Starkregenereignissen zu überlasten.

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Auch die bereits angelaufenen Projekte zum klimafitten Wald werden im Pitztaler KLAR-Programm einbezogen. „Wir haben bei uns in Wenns schon drei Flächen angelegt“, erklärt der Wenner Dorfchef Walter Schöpf.

Zwischen den Verantwortlichen von KEM, KLAR und CLAR herrscht ein enges Miteinander, betont Michael Metzler, der Nachhaltigkeitsmanager des TVB Pitztal, im Rahmen von CLAR. In seinem Bereich hilft er Tourismus-Unternehmen bei der Qualifizierung zum klimaschonenden Betrieb. Daneben werden Verkehrslösungen oder auch saubere Technologie am Berg vorangetrieben.

„Wir wollen agieren und nicht nur reagieren“, betont Planungsverbandsobmann Raich, dass man dem Klimawandel die Stirn bieten wolle.


Kommentieren


Schlagworte