Nix is fix bei Neubau von Sportplatz in Hall-Schönegg

Heftig umstrittenes Großprojekt in Hall-Schönegg wurde aus ÖROK-Fortschreibung herausgenommen. Stadt will Dialog mit Anrainern.

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Ihre Forderungen „deponierten“ die Anrainer auch im Kurhaus Hall.
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Hall – Rund um den geplanten Neubau der Sportanlage im Haller Stadtteil Schönegg scheint wieder alles offen: Eigentlich hatten sich die Gemeinderäte, wie berichtet, darauf verständigt, auf einem 22.000 m² großen Areal nördlich der bestehenden, schwer sanierungsbedürftigen Anlage ein neues Sportzentrum zu errichten. Die Umsetzung sollte rasch erfolgen, auch um Corona-Zuschüsse für das Großprojekt nützen zu können.

Davon ist nun keine Rede mehr: Vielmehr wurde das Thema bewusst aus der zweiten Fortschreibung des Örtlichen Raumordnungskonzepts (ÖROK), deren Entwurf vom Gemeinderat letzte Woche mehrheitlich beschlossen wurde, herausgenommen.

Hintergrund sind massive Bedenken von Anrainern, gebündelt in der Bürgerinitiative „Lebensraum Schönegg“. Sie lehnen den Neubau in der geplanten Dimension als unverträglich ab und fürchten um ihre Lebensqualität. Nötig seien eine Bedarfserhebung und ein Gesamtkonzept für alle Haller Sportanlagen. Die Stadt solle zudem prüfen, ob eine Sanierung der bestehenden Anlage möglich sei. Generell wollen die Anrainer miteinbezogen werden. Sie sprechen sich vor allem auch gegen eine geplante zweispurige Erschließungsstraße aus.

„Ich habe versprochen, die Bevölkerung zu informieren, sobald wir ausreichende Grundlagen haben und auch die Alternativenprüfung für eine moderne Sportanlage vorliegt“, erklärte BM Eva-Maria Posch (ÖVP) im Gemeinderat. Man wolle sich die Zeit nehmen, gemeinsam mit den Anrainern alle möglichen Varianten zu diskutieren, so Posch zur TT, etwa auch, ob es möglich wäre, den alten Sportplatz zu ertüchtigen. Eine frei zugängliche Sportanlage in Schönegg brauche es.

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Grüne und SPÖ zeigen sich froh über die Herausnahme aus der ÖROK-Fortschreibung, das eröffne die Gelegenheit, das Thema Sportplatz gemeinsam mit den Bürgern anzugehen. Kritik kommt dagegen von der Liste „Für Hall“: Es wäre sehr wohl noch möglich gewesen, das Vorhaben in die Fortschreibung aufzunehmen, meint GR Nicolaus Niedrist, das Gutachten über nötige Ausgleichsflächen liege etwa längst vor. Man hätte aber die Bevölkerung rechtzeitig vorher einbinden sollen. Ihm sei der neue Sportplatz jedenfalls ein großes Anliegen.

Übrigens: Heute Mittwoch um 18 Uhr stellt der Raumplaner die Details der ÖROK-Fortschreibung bei einer öffentlichen Gemeindeversammlung im Kurhaus Hall der Bevölkerung vor. (md)


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