Zweieinhalb Jahre Haft für Betrug: 61-Jährige in Innsbruck verurteilt

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Innsbruck – Insgesamt 178.000 Euro waren es, um die eine 61-jährige Tirolerin eine 82-jährige Bekannte und Nachbarin erleichtert haben soll. Die Frau, die sich gestern am Innsbrucker Landesgericht bei der Fortsetzung eines Prozesses von Anfang Juli verantworten musste, soll die Summe in mehreren Tranchen als Darlehen kassiert haben. Vor der Aushändigung der Beträge wurden entsprechende Schuldscheine geschrieben und von der Frau unterzeichnet. Als die betagte Dame schließlich das Geld zurückforderte, erklärte die 61-Jährige, nie Geld von ihr erhalten zu haben.

Auch gestern vor Gericht blieb die Angeklagte bei ihrer Version der Geschichte: Die ältere Dame habe unbedingt verhindern wollen, dass ihre Stieftochter an ihr Vermögen kommt. Sie habe daher zum Schein die Quittungen geschrieben, um so dokumentieren zu können, dass kein Geld mehr vorhanden sei. Sie, die Angeklagte, habe bereitwillig diese Schuldscheine unterzeichnet, obwohl sie nie Geld von der 82-Jährigen erhalten habe. Die Geschädigte hatte am ersten Prozesstag dagegen angegeben, dass sich ihre Nachbarin immer wieder an sie mit der Bitte um Geld gewandt hatte. Und natürlich habe sie für jede ausgestellte Quittung auch das Geld ausgehändigt. Zunächst 1000 Euro, später dann immer größere Beträge.

Dass eigentlich sie, die 61-Jährige, das Opfer in der ganzen Causa sei, glaubte letztlich auch das Gericht nicht. Die Frau, die bereits 2012 wegen schweren Betrugs zu 15 Monaten bedingter Haft verurteilt worden war, wurde daher gestern wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren unbedingt verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (np)

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