Maskenpflicht im Handel fällt, bleibt aber im Supermarkt

Ab heute braucht es keine Maske im Handel, wohl aber, wenn man Lebensmittel einkauft. Manche regt das auf.

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Je nachdem, in welches Geschäft die Kunden gehen, braucht es eine Maske oder auch nicht.
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Innsbruck, Wien – Ab heute gehören Masken im Handel, mit Ausnahme von Supermärkten oder Apotheken, sowie in weiteren Bereichen wie Museen und Bibliotheken in allen Bundesländern außer in Wien der Vergangenheit an. Wien behält die strengeren Regeln und will sogar in Kinos und Theatern wieder einen Mund-Nasen-Schutz einführen.

Begründet wird das durch die steigende Infektionszahl. In Wien sei das Risiko, sich mit der Delta-Variante anzustecken, besonders hoch, argumentiert die Wiener Stadtregierung. Die Zahl der Covid-Patienten in den Wiener Spitälern ist allerdings rückläufig. In Tirol ist die Lage in den Spitälern seit Jänner stabil. Derzeit gibt es keinen einzigen Covid-Patienten auf einer Tiroler Intensivstation. Drei Covid-Patienten befinden sich in Innsbruck auf der Normalstation und einer in Hall. In den übrigen acht Krankenhäusern gibt es null Covid-Patienten.

Während also die Maske vielerorts fällt, gibt es österreichweit Verschärfungen in der Nachtgastronomie. Diese kann ab heute nur noch genutzt werden, wenn ein negativer PCR-Test vorliegt oder man vollständig geimpft ist. Genesene bleiben draußen vor der Tür. Rechtlich ist das umstritten. Im Gesundheitsministerium heißt es, man wolle unter jungen Leuten einen „Anreiz schaffen“, sich impfen und testen zu lassen. Es habe Infektionen in Clubs gegeben.

Im Supermarkt brauchen die Mitarbeiter Maske.
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Das Ende der Maske im Handel wird vom Spartenobmann in der Wirtschaftskammer, Dieter Unterberger, begrüßt. „Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Normalität.“ Unterberger übt Kritik an den Restriktionen im Handel. Die Öffnungen hätten sich nicht auf das Infektionsgeschehen ausgewirkt. „Der Handel hat keine Cluster und hat damit auch nicht zum Infektionsgeschehen beigetragen.

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Wünschenswert aus der Sicht Unterbergers wäre es auch, wenn im Supermarkt die Masken fallen würden. Auch dort habe es kaum bis keine Infektionen gegeben. Dass man Kleider ohne und Gemüse mit Maske einkaufen muss, leuchtet dem Wirtschaftskämmerer nicht ein. „Die Regeln haben keinen fundierten Hintergrund, sondern lediglich einen Placebo-Effekt.“ Man wolle zeigen, dass etwas getan werde.

Verärgert ist auch die Gewerkschaft. Die Mitarbeiter fühlten sich unfair behandelt, sagt David Schumacher, Regionalsekretär der GPA. „Wir haben während der gesamten Pandemie die Stellung gehalten und hätten uns jetzt mehr Fairness verdient. Der klassische Lebensmittelhandel ist zudem nicht so beratungsintensiv wie der Bekleidungsbereich, umso unverständlicher ist die Verordnung.“ Die Gewerkschaft fordert eine Maskenbefreiung für jene MitarbeiterInnen, die genesen, getestet oder geimpft sind. „Dazu kommt, dass der Lebensmittelhandel definitiv kein ‚Corona-Hotspot‘ ist.“ (aheu)

Umfrage: Wieviel Maske braucht das Land?

Schnell wechseln derzeit die aktuellen Corona-Verordnungen, auch was das Tragen von Masken betrifft. Was halten Sie davon, dass im Handel (mit Ausnahme der Betriebsstätten des täglichen Bedarfs) ab Donnerstag keine Maskenpflicht mehr herrscht?

Helmuth Egger, Lienz: „Solange Touristen bei uns sind, würde ich die Maskenpflicht aufrechterhalten. Ich selbst werde weiter eine Maske tragen, die Gesundheit geht vor.“

Shawkat Gilani, Kufstein: „Ich bin da gespalten. In Bereichen, wie bei uns in der Gastronomie, wo man die 3-G-Regel kontrolliert, braucht es keine Maske, sonst ist sie notwendig.“

Manfred Erler, Tux: „Die Maske ganz wegzulassen, finde ich nicht sinnvoll. Denn in Innenräumen wird oft der Abstand nicht eingehalten. Man schützt sich und andere.“

Leonie Tarneller, Landeck: „Ich finde es noch ein bisschen früh. Es ist noch nicht jeder geimpft. Ich glaube, dass im Herbst wieder ein Lockdown kommt.“

Ramona Wiederin, Imst: „Ohne Maske ist es natürlich angenehmer. Allerdings gehen mit dem Wegfall der Maskenpflicht auch Abstand und Sicherheit verloren.“

Theresa Schretter-Saurer, Wängle: „Ich finde es gut beim Shoppen endlich keine Maske mehr tragen zu müssen. Das hat einem beim Anprobieren der Kleider den ganzen Spaß verdorben.“


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