Aufnahmetest der Med-Uni mit strengen Regeln, Impf-Appell an Studierende

12.777 Teilnehmer sind gestern in Österreich angetreten, um sich beim Aufnahmetest einen der 1740 Medizin-Studienplätze zu sichern. Tiroler Sorgenkind ist die Zahnmedizin.

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Vizerektor Peter Loidl hofft auf mehr Normalität im Herbst. Diese sei dann zu erreichen, wenn sich möglichst viele der Studierenden auch impfen lassen.
© Böhm

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Die Pandemie führt Regie. Zumindest hat sie wie schon 2020 die Medizinische Universität Innsbruck vor besondere Herausforderungen gestellt: Als es darum ging, das Aufnahmeverfahren für die Diplomstudien Human- und Zahnmedizin sowie für Molekulare Medizin zu organisieren. Immerhin wird die große Innsbrucker Messehalle derzeit als Impfstraße genutzt und stand gestern den 3951 zum Test angemeldeten Studieninteressierten nicht zur Verfügung. So wurden die 2748 Studienwerber, die schließlich tatsächlich antraten, auf insgesamt acht Standorte verteilt: von Hallen der Messe Innsbruck über die Olympiaworld, den Congress Innsbruck bis zur MedUni. Überall galt dabei ein strenges Sicherheitskonzept und die 3-G-Regel.

Sicherheit und Hygiene beim Check-in. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren bis Ende August, ob sie einen Studienplatz haben.
© Böhm

So speziell auch heuer wieder das Aufnahmeverfahren ablief, so normal wünscht sich Vizerektor Peter Loidl dafür den Auftakt des Wintersemesters im Herbst: „Wir müssen alles daransetzen, dass so viel Normalbetrieb in Präsenz stattfinden kann wie möglich.“ Er appelliert daher an die Medizinstudierenden, sich unbedingt impfen zu lassen. Für den Herbst plane man daher diesbezüglich niederschwellige Angebote für die Studierenden. Den Medizinern von morgen die Vorlesungen in Präsenz nur dann zu ermöglichen, wenn diese geimpft sind, sei rechtlich nicht möglich. „Ich persönlich wäre da für eine schärfere Gangart und befürworte die Impfpflicht im Gesundheitsbereich“, macht Loidl klar. Er erwarte daher für den Herbst eine Durchimpfungsrate unter den Innsbrucker Medizinstudierenden von rund 95 Prozent. „Dann ist auch aus epidemiologischer Sicht nichts gegen Präsenzlehre einzuwenden.“

Doch auch neben Corona gebe es derzeit große Herausforderungen für die Medizinische Universität. 2021 stehen für die Humanmedizin wieder 360 Studienplätze zur Verfügung, 40 für die Zahnmedizin. Während beim Humanmedizinstudium 75 Prozent der Plätze für Studienwerber mit Reifezeugnis aus Österreich reserviert sind, ist so eine Quote für die Zahnmedizin 2019 gefallen. Mit der Konsequenz, dass im Vorjahr nur drei Studierende aus Tirol und insgesamt acht aus Österreich einen Studienplatz in Zahnmedizin ergattert hatten. Bereits jetzt gibt es über 40 offene Kassenstellen für Zahnärzte in Tirol. Loidl sieht hier die Politik am Zug, entsprechend gegenzusteuern.

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