Generali Open in Kitzbühel: Lieber eine Gams statt fünf Ringe

Erstmals seit 1996 steigen die Generali Open in Kitzbühel (ab Samstag) zeitgleich zu Olympia. Trotz Absagen für Tokio kommt kein weiterer Top-Spieler, mit Novak und Erler stehen zwei Österreicher im Hauptfeld. ams

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Der Norweger Casper Ruud (14. im ATP-Ranking) führt das Kitzbühel-Feld an.
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Von Roman Stelzl

Kitzbühel – Die Aufbauarbeiten neigen sich dem Ende zu, Kitzbühel ist bereit: Norwegens Tennis-Jungstar Casper Ruud, der heute im Gstaad-Achtelfinale gegen Dennis Novak spielt, wird ebenso in der Gamsstadt erwartet wie der gestern in der Schweiz ausgeschiedene Spanier Roberto Bautista Agut. Im Schatten der Olympischen Spiele in Tokio, die erstmals nach Atlanta (USA) 1996 zeitgleich mit Kitzbühels Tennis-Turnier stattfinden, sollen aber nicht nur die Top-Spieler für Glanzlichter sorgen, sondern auch die Lokalmatadore.

Casper Ruud: Der 22-jährige Skandinavier ist nicht wegen seines ATP-Rankings (Nummer 14 der Welt) der meistbeachtete Spieler bei den Generali Open, die am Samstag mit der Qualifikation beginnen. Denn Ruud ist in bestechender Form: Zwei seiner drei ATP-Titel holte er heuer – im Mai in Genf (SUI) und in der Vorwoche in Baastad (SWE). Heute bekommt es der Sandplatz-Liebhaber in Gstaad mit dem Niederösterreicher Novak zu tun. Olympia selbst hatte Ruud schon im Juni eine Absage erteilt („Ich bin noch jung und glaube und hoffe, dass ich noch an weiteren Olympischen Spielen teilnehmen kann“) – in Kitzbühel schaffte es Ruud 2019 ins Halbfinale.

Roberto Bautista Agut: Das mit 419.470 Euro Preisgeld dotierte Tiroler ATP-250-Turnier lockt vor der Hartplatz-Serie in Nordamerika seit jeher jene, die lieber auf roter Asche spielen. Dass da vor allem die Spanier gemeint sind, liegt auf der Hand – angeführt werden die Iberer heuer vom 33-jährigen Agut. Mit 527 ATP-Spielen (330:197 Siege) zählt der Wimbledon-Halbfinalist von 2019, der aktuell 16. der Weltrangliste ist, zu den erfahrensten Akteuren. Das Höhenluft-Schnappen in Gstaad ging mit der Auftakt-Niederlage daneben, nun wartet auf den neunfachen ATP-Turniersieger der erste Kitz-Auftritt im Kampf um die Goldene Gams.

Jo-Wilfried Tsonga: Ebenfalls eine Premiere im Angesicht des Hahnenkamms gibt es für Frankreichs Publikumsliebling. Der ehemalige Weltranglisten-Fünfte, der neben 18 ATP-Titeln im Jahr 2008 ein Australian-Open-Finale zu Buche stehen hat, leidet immer noch an Rückenproblemen und findet sich nur auf Rang 93 der Weltrangliste wieder. Dennoch: Der 36-jährige Ritter des französischen Verdienstordens weiß immer noch zu begeistern.

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Dennis Novak: Na also. Nach der Niederlagenserie, die seit Februar andauerte, gelang dem Freund und Trainingspartner des verletzten Tennis-Stars Dominic Thiem in Gstaad endlich wieder ein ATP-Sieg. Für den 27-Jährigen, aktuell 124. im ATP-Ranking, ist es der neunte Antritt in Kitz, dreimal schaffte es Österreichs Nummer zwei ins Achtelfinale.

Alexander Erler ist dank Wildcard dabei.
© gepa

Alexander Erler: Nachdem die dritte Kitz-Wildcard (Lizenzhalter Octagon) an den 22-jährigen Brasilianer Thiago Seyboth Wild (113.) geht, ist klar, dass heuer nur zwei Österreicher fix im Hauptfeld aufschlagen. Und weil Sebastian Ofner und Jurij Rodionov in Mexiko spiel(t)en, erhielt der 23-jährige Kufsteiner (339.) überraschend ein Freilos. Es ist Erlers erster Auftritt auf ATP-World-Tour, verdient wurde der durch eine starke Saison. Im ATP-Challenger von Tampere schied der erste Tiroler im Kitzbühel-Hauptfeld seit 2007 gestern im Achtelfinale aus. Erler unterlag seinem Doppelpartner Geoffrey Blancaneaux (FRA), mit dem er heute im Viertelfinale spielt, mit 3:6, 6:4, 2:6.

Lukas Neumayer: Der 18-jährige Salzburger, der bei den French Open im Junioren-Viertelfinale ausschied, ist dank einer Wildcard der (vorerst) einzige Österreicher in der Quali. Er kann nur überraschen. Genauso wie seine beiden Landsmänner.


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