Vasen sind mehr als Deko: Den Sommer ins Haus bitten

Man kann nie genug Vasen oder vasenähnliche Gefäße haben, um allem Grünzeug gerecht werden zu können.

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Vasen gibt es bereits vor der Erfindung der Töpferscheibe, damals handelte es sich um simple Steingefäße. Heute ist die Vielfalt enorm und variantenreich.
© Ernst Gamperl

Innsbruck – Wem ist es nicht schon passiert, dass man einen Blumenstrauß geschenkt bekommt und partout keine passende Vase dafür hat. Im besten Fall deshalb, weil man gerade alles an vorhandenen Gefäßen befüllt rumstehen hat.

Im Moment ist wieder einmal die Vasenzeit ausgebrochen (okay, für Blumenliebhaber gilt das 365 Tage im Jahr ), denn bei jedem Spaziergang findet sich ein schöner Strauß und manchmal eben nur eine Solitärpflanze, die sich aber auch prächtig macht, wenn sie in der passenden Vase steht.

Der Sommer bietet nun seine ganze Pracht auf und man ist gewillt, sich einen guten Teil davon ins Haus zu holen. Dazu braucht man die passenden Gefäße. Manchmal reicht ein simples Wasserglas oder der tönerne Senftopf, von dem man sich nie wirklich trennen konnte, weil er einen an die Urlaube in der Provence erinnert. Es ist aber auch unschlagbar schön, wenn man die Blüten, Blätter und Zweige in edle Vasen steckt.

Heute ist die Vielfalt enorm und variantenreich.
© ByLassen

Vasen gab es übrigens bereits vor der Erfindung der Töpferscheibe: Es waren simple Steingefäße. Im achten Jahrtausend v. Chr. entstanden die ersten schmucklosen Keramikexemplare. Langsam folgten einfache gedrehte Keramikprodukte, später entstanden geritzte graphische Muster, Ornamente und Bemalungen. Nach Tierdarstellungen entwickelten sich erste menschenähnliche Motive und ab dem vierten Jahrtausend v. Chr. dokumentieren diverse Funde sogar schon szenische Darstellungen.

Alabaster, Gold, Silber und Bronze waren en vogue und in Ägypten galten bereits im dritten Jahrtausend v. Chr. Glasvasen als das Nonplusultra. Es folgten Tausende Jahre der üppigen Ausformung, bis man in der Bauhaus-Ära wieder auf Reduktion setzte – ein Element, das schließlich im skandinavischen Design seinen Höhepunkt fand und findet.

WR-Vasen.
© ByLassen

1936 entwarf Alvar Aalto die Glasvase „Savoy“, die mit ihrem wellenförmigen Design bis heute als absolutes Highlight bei iittala gilt und inzwischen neben den klassischen Farben Rot, Dunkelblau und Rauchgrau in unzähligen Farben und Größen erhältlich ist. Sie eignet sich für jedwede Blumenkombination – egal, ob üppiger Strauß oder eine Solitärblüte.

Nichts für üppige Sträuße ist hingegen die von Philip Bruni für Augarten entworfene Vase „Pinocchio“. Sie erinnert mit ihrem kugelrunden Bauch und dem extralangen Hals frappant an Pinocchios Kopf, ist beweglich wie ein Stehaufmännchen und überzeugt sowohl in reinem Weiß als auch in der nummerierten Version oder als schwarz-weiße Kreation – jeweils für eine Blüte.

Vasenserie "Step".
© Norman Copenhagen

Bei Normann Copenhagen findet man aktuell die Vasenserie „Step“ in drei Höhen und verschiedenen Farbschattierungen, die durch die Transparenz des Glases sogar den im Wasser stehenden Stängeln ein Eigenleben zugesteht. Die Formgebung entsteht übrigens durch mehrere horizontale Schichten, die eine ganz eigene Oberflächenstruktur entwickeln, und da die Form nicht symmetrisch-rund ist, entsteht aus jedem beliebigen Blickwinkel eine etwas andere Optik.

Das Spiel des Blickwinkels zelebriert auch Ernst Gamperl mit seinen superzarten Vasen aus Holz, deren skulpturaler Charakter fast immer dazu führt, dass man geneigt ist, auf eine Befüllung der Vase zu verzichten. Gamperl meint aber, dass man sich ruhig trauen sollte.

Wirklich üppig kann man dafür bei dem dänischen Klassiker „Kubus“ von byLassen werden. Soren Lassen, Enkel des dänischen Architekten Mogens Lassen, hat die Urform erweitert, und man hat nun mehrere Größen, von der Vase bis zum großen „Flowerpot Nolia“, der als Bodenvase neuerdings Erfolge feiert.

© Norman Copenhagen

Und um noch einmal auf Normann Copenhagen zurückzukommen: Auch die Varianten der Entwürfe „Tombola“ oder „Tide“ sind für sommerliche Sträuße wunderbar geeignet. Egal ob man Rosen, Zinnien, Glockenblumen oder Gladiolen liebt. Man kann auch auf Disteln, Blauraute, einen Bund Getreideähren oder Sonnenblumen setzen. Der Sommer lässt grüßen!

Die Form von „Tombola“ wurde übrigens nach einem Zufallsprinzip zusammengepuzzelt, bei dem auch Legesteine ein Wörtchen mitreden konnten.


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