Fairtrade-Region in Schwaz und Jenbach startet durch

Kleine Projekte zu nachhaltiger Beschaffung machen Schwaz und Jenbach zum Vorbild.

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In Tirols erster Fairtrade-Region der Gemeinden Schwaz und Jenbach will man auf faire Produktion und Nachhaltigkeit setzen.
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Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz, Jenbach – Als erste Fairtrade-Region Tirols wollen die beiden Gemeinden Schwaz und Jenbach nun endlich durchstarten. Sie hatten bereits im Vorjahr ihre Kooperation per Vertrag festgelegt und die Ideenfindung gemeinsam mit dem Klimabündnis Tirol gestartet. Doch Corona funkte dazwischen und das Projekt wurde großteils auf Eis gelegt. Nun wurde das Projekt verlängert, um vor allem im Bereich Beschaffung künftig mehr den Fokus auf soziale Nachhaltigkeit zu legen, egal, ob bei Kleidung, Arbeitsmaterial oder Nahrungsmitteln, man könne und wolle überall eine Vorbildwirkung übernehmen.

Vor Kurzem kamen die Vertreter der beiden Gemeinden wieder zusammen. Dabei wurden Ideen und mögliche Kooperationsbereiche besprochen. „Wie wir Steuergeld investieren, hat Auswirkungen auf soziale Standards in anderen Ländern. Daher ist es besonders wichtig, bei der öffentlichen Beschaffung nicht immer nach dem Billigstbieterprinzip zu gehen. Nachhaltige faire Beschaffung kann in vielen Bereichen umgesetzt werden“, sagt Sonja Gamper vom Klimabündnis. Für Jenbachs Bürgermeister Dietmar Wallner ist es im ersten Schritt ein wichtiges Zeichen, bald zur Fairtrade-Gemeinde ausgezeichnet zu werden. Weiters will man mit kleinen Aktionen vor allem auch Anregungen für alle in der Gemeinde schaffen. „Natürlich war und ist Corona eine große Belastung fürs Gemeindebudget. Aber wir werden dennoch kleine Projektschritte machen können. Und auch das kann viel bewirken und Bewusstsein dafür schaffen“, sagt GR Reinhard Macht.

Das sieht auch seine Schwazer Kollegin StR Viktoria Gruber so: „Mit fairer öffentlicher Beschaffung trägt man einen kleinen Puzzlestein dazu bei, die Welt etwas gerechter zu machen. Zudem schaffen wir dadurch auch außerhalb des Rathauses eine Bewusstseinsbildung bei den Leuten, was einfach heutzutage sehr wichtig ist.“

Die beiden Gemeinden wollen nun vor allem bei ohnehin anstehenden Neuanschaffungen auf Fairtrade setzen. „Das können Geschirrtücher im Kindergraten sein oder fair gehandelter Zucker im Altenheim“, erklärt Gruber. Genauso wichtig sei ihnen aber auch, dass man regionale Produkte forciert. „Die Möglichkeiten, die den Gemeinden zur Verfügung stehen, sollten wir nutzen. Regional, wenn es möglich ist, Fairtrade, wenn es nicht in Europa produziert wird, um Steuergeld fair einzusetzen. Den Einkauf in den Bereichen Lebensmittel und Textilien werden wir in Schwaz und Jenbach noch intensiver nachhaltig fair gestalten“, sagt sie.

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Wichtig sei den Projektpartnern auch, dass man sich und die Einrichtungen in der Gemeinde besser vernetzt, um etwa faire Bestellungen gemeinsam zu erledigen und ökonomisch zu agieren.

Erste Umsetzungsschritte und kleine Projekte sollen noch heuer erfolgen. Die Motivation der beiden Gemeinden, als erste Fairtrade-Region in Tirol als Vorbild zu agieren, ist groß.


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