Blutbuche als Sicherheitsrisiko: Sperre vor Innsbrucker Haus der Musik

Ein externes Gutachten sieht das Naturdenkmal als massives Sicherheitsrisiko für Passanten, daher wird der Bereich großräumig gesperrt.

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Vor dem Haus der Musik muss ein Teil des Vorplatzes abgesperrt werden.
© Denise Daum

Innsbruck – Fast jeder Innsbrucker kennt sie, die stattliche Blutbuche vor dem Haus der Musik. Der Baum ist seit 1983 als Naturdenkmal ausgewiesen. Doch nun werden die Sorgen um die Blutbuche wieder größer. Ein externes Gutachten, in Auftrag gegeben vom Amt für Grünanlagen der Stadt Innsbruck, sieht in der Blutbuche ein massives Sicherheitsrisiko für Passanten. Deshalb wird der Bereich vor dem Haus der Musik ab Dienstagnachmittag (27. Juli) großräumig abgesperrt.

Seit 2005 hat sich der Wurzel- und Stammschaden am 120-130 Jahre alten Baum immer weiter ausgebreitet. Immer wieder mussten abgestorbene Äste aus der Krone entfernt werden, welche vor neun Jahren um 20 Prozent eingekürzt wurde. Auch 2018 war wieder ein Schnitt zur Stabilisierung des Baumes notwendig.

Im Gutachten heißt es: "Die Blutbuche ist schwer geschädigt. Aus der Sicht des Sachverständigen ist der Baum bereits ein Sicherheitsrisiko. Durch die statische Unausgewogenheit im Kronen- und Stammbereich können bei Sturmböen die Drehkräfte zu tragen kommen und zu weiteren Brüchen im Stamm und im Kronenbereich führen."

Gutachter raten, die Blutbuche zu fällen

Das könnte man, so die Experten, nur damit etwas regulieren, dass man die Baumkrone ein weiteres Mal stark einkürzt. Solche Eingriffe würden nur mehr dazu dienen, die Sicherheit zu verbessern. "Der Baum wird weiter absterben." Auch sei die ästhetische Wirkung des Naturdenkmals extrem stark beeinträchtigt. Bei Starkwinden und Sturm ist es, laut Gutachten, nicht möglich, so wie im Hofgarten den Risikobereich zu sperren. Daher sei es aus Sicherheitsgründen und auch im Sinne einer Neugestaltung ratsam, die Blutbuche zu fällen und sie durch einen bereits größeren Baum zu ersetzen.

Um Passanten zu schützen, hat die für Grünanlagen zuständige Stadträtin Uschi Schwarzl die großräumige Absperrung rund um die Blutbuche beauftragt. Sie legt das Gutachten in der nächsten Sitzung des Innsbrucker Stadtsenats am 11. August vor, um die weitere Vorgehensweise festzulegen. (TT.com)


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