Behelfsbrücke eingehängt: Ein Schritt in Richtung Freiheit für die Kelchsau

Gestern wurde die Behelfsbrücke im Hopfgartner Ortsteil eingehängt. Damit wird die Kelchsau über die Ersatzstraße wieder erreichbar.

  • Artikel
  • Video
  • Diskussion
Gestern wurde von einem Kran die Behelfsbrücke eingesetzt, ab heute Abend sollte sie dann auch befahrbar sein.
© Hausberger

Von Harald Angerer

Hopfgarten i. Br. – Nicht mehr lange und die Kelchsauer können wieder über eine normale Straße ihr Tal verlassen. Nach einem schweren Unwetter vor gut einer Woche war die Verbindung in den Hopfgartner Ortsteil abgeschnitten. Es konnte nur über eine Notstraße zugefahren werden. Die Landesstraße und eine Brücke wurden zerstört. Gestern konnte nun eine Ersatzbrücke eingehängt werden, diese soll bereits heute Abend befahrbar sein. Das gaben gestern Hopfgartens Bürgermeister Paul Sieberer, der Leiter des Baubezirksamtes Erwin Obermaier und Günter Guglberger, Leiter der Abteilung Brücken und Tunnel des Landes Tirol, bekannt.

📽️ Video | Behelfsbrücke für die Kelchsau

„Wir sind in der glücklichen Lage, in Tirol 36 Laufmeter Behelfsbrücken zu haben. Hier werden 22 Meter benötigt, diese wurden vergangene Woche angeliefert und zusammengebaut“, schildert Guglberger. In den vergangenen Tagen wurde nun der Unterbau für die Brücke fertig gestellt, gestern wurde sie dann von einem Kran eingehoben. „Mit dieser Behelfsbrücke haben wir nun wieder eine Verkehrsverbindung über den Glantersberg“, schildert Bürgermeister Sieberer. Da die Straße nur einspurig ist, wird es eine Blockabfertigung geben.

Kelchsau bleibt touristisches Sperrgebiet

Auch an der Landesstraße wird bereits intensiv gearbeitet. Insgesamt wurden gut 800 Meter der Straße teilweise zur Gänze weggespült. Hier wurde in den vergangenen Tagen bereits eine Baustraße errichtet. „Diese ist für den Verkehr gesperrt“, betont Bezirksbauamtsleiter Obermaier. Aus Sicherheitsgründen ist ein Befahren nur Einsatzkräften, dem Milchtransport und dem Lieferanten des Lebensmittelgeschäftes in der Kelchsau erlaubt. „Das wird von der Polizei kontrolliert“, sagt Obermaier. Die Kelchsau bleibt bis Sonntag ohnehin touristisches Sperrgebiet, wie der Bürgermeister betont. „Da rufen Leute bei der Hotline an und fragen, wie sie jetzt zum Schwammerlsuchen in die Kelchsau kommen. Dafür fehlt mir echt das Verständnis“, ärgert sich Sieberer und appelliert an die Vernunft der Menschen.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahre-Vignetten 2021 gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Erst wenn die Trasse der Landesstraße wieder abgesichert ist, kann mit der Infrastruktur in der Straße begonnen werden. Erst danach ist eine Wiederherstellung der Landesstraße möglich. „Das wird also einige Zeit dauern“, betont Obermaier. Inzwischen müsse der Verkehr über den Glantersberg geführt werden.

Kosten für Gemeinde noch unklar

Die Kosten für die Sanierung der Landesstraße schätzt Obermaier auf etwa zwei Millionen Euro, weitere zwei bis vier Millionen brauche es für den Wasserbau bis Kelchsau-Zwiesel. „Und im Kurzen Grund ist dann die Wildbach- und Lawinenverbauung sehr gefordert, da sieht es nicht gut aus“, schildert Sieberer. Wie hoch die Kosten für die Gemeinde sind, kann Bürgermeister Sieberer noch nicht abschätzen. „Wie Hopfgarten das finanziell stemmen kann, weiß ich noch nicht“, gibt sich der Bürgermeister nachdenklich.

Es werden aber auf jeden Fall mehrere Millionen notwendig sein. Da die Brücke in die Zuständigkeit der Gemeinde fällt, wird diese auch den Neubau übernehmen müssen. Hier übernimmt die Planung aber das Land Tirol. Ein Zeitplan sei schwierig, „sollte alles ideal laufen, dann könnte noch vor Weihnachten die Ausschreibung gemacht werden und im nächsten Jahr gebaut werden. Das wäre aber wirklich der Idealfall“, sagt Guglberger.


Kommentieren


Schlagworte