Idee für neuen Bezirksbauernladen in Landeck

Die Landwirtschaftskammer will die Vermarktung bäuerlicher Produkte im Bezirk Landeck genossenschaftlich organisieren.

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Beim Gasslbauer in Ladis kann man rund um die Uhr bei zwei Automaten einkaufen.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Ladis, Landeck – Vorbild ist der so genannte „Vinschger Bauernladen“. Über dem Reschenpass haben sich die Bauern bereits vor über 15 Jahren zusammengefunden, um die Vermarktung ihrer Produkte im großen Stil genossenschaftlich zu organisieren. Inzwischen sind es über 100 Mitglieder und 800 Produkte, die gemeinsam in einem eigenen Geschäft verkauft werden. „Ziel muss sein, dass die Wertschöpfung 1:1 beim Bauern ankommt“, betont Bezirksbauernobmann Elmar Monz. Die Landwirtschaftskammer Landeck tüftelt derzeit an einer ähnlichen Idee. Es soll eine neuartige Verkaufsstelle für alle bäuerlichen Produkte gegründet werden, kündigte Monz gestern an. Derzeit sei das Projekt noch in einer sehr frühen Phase, betont LK-Bezirksstellenleiter Peter Frank. Geplant sei eine Art großer Bauernladen, aber auch eine Internetplattform, über die bäuerliche Produkte aus dem Bezirk vertrieben werden.

Im Bezirk Landeck sei die Landwirtschaft breit aufgestellt, so Monz – von der Milch über Obst, Gemüse bis hin zu Edelbränden. Ein großer Schritt sei auch der geplante Ausbau des Schlachthofs in Fließ. „Wir wollen versuchen, die Kreisläufe im Bezirk Landeck so gut wie möglich zu schließen.“

Die Landwirtschaftskammer tourt derzeit zum Thema Direktvermarktung durch alle Tiroler Bezirke. Im Bezirk Landeck traf man sich beim Gasslbauer in Ladis. Landwirt Hans Pittl ist ein Pionier. Aber die Anfänge waren hart, wie er berichtete. „Wir haben mit drei Liter Jogurt in der Woche angefangen. Man muss den Biss haben.“ Inzwischen bewirtschaftet die Familie 25 Hektar Fläche und hat zwischen 40 und 50 Stück Vieh im Stall. Sie liefern nicht nur die Milch für selbst produzierten Jogurt und Käse sowie eine Fruchtzwergen nachempfundene Rittercreme, sondern auch den Rohstoff für die Tiroler Edle, die Schokolade aus Grauviehmilch. Zudem betreibt Pittl zwei Automaten, in denen er rund um die Uhr die verschiedensten Produkte anbietet, und einen Onlineshop.

Man wolle die Direktvermarktung ausbauen, betont LK-Präsident Josef Hechenberger. Dazu will man die Partnerschaft zwischen Landwirtschaft, Tourismus und Kunden weiter stärken. Dazu braucht es aber auch Know-how, wie LK-Vizepräsidentin Helga Brunschmid erklärt. „Direktvermarktung ist sicher die Oberliga, weil ich mich mit dem Produkt vom Anfang bis zum Ende beschäftigen muss.“ Viele Bauern hätten bei der Vermarktung noch Probleme.

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