Tiroler Musiker mit globaler Ambition: Stergins Nachbarschaftsprojekt in London

Mit seiner Initiative „1 Mi2" („One Square Mile") und dem gleichnamigen neuen Album will Vinzenz Stergin den Zusammenhalt im direkten gesellschaftlichen Umfeld stärken und zum gegenseitigen Zuhören motivieren. Er ruft Künstler weltweit auf, seinem Beispiel zu folgen.

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Vinzenz Stergin führte sehr persönliche Gespräche mit Menschen, die in derselben Quadratmeile wie er selbst leben. Das Erzählte nahm der Exil-Tiroler als Grundlage für die Songs seines neuen Albums.
© Nora Jenewein

Von Simon Hackspiel

Innsbruck, London – Vinzenz Stergin hatte schon einige ambitionierte Visionen in seinem Künstlerleben. Auf manche davon – wie etwa die aufregende Weltreise seiner Wegwerfkamera – kann er bereits mit Stolz zurückblicken. Vor kurzem stellte er sein neuestes Projekt vor – das ebenfalls eine globale Dimension bekommen soll.

Für „1 Mi2" („One Square Mile") führte Stergin sehr persönliche Gespräche mit Menschen, die in derselben Quadratmeile wie der Musiker selbst leben. Was ihm seine Londoner „Nachbarn" über ihre Leben erzählten, nahm der Exil-Tiroler als Grundlage für die Songs seines vor kurzem veröffentlichten Albums.

Mitreißender Song „Alle Alle"

Herausragend insbesondere für die deutschsprachigen Zuhörer ist die Elektropop-Nummer „Alle Alle". Mitreißender positiver Vibe, mutmachender Sprechgesang und ein Refrain mit Ohrwurmcharakter bilden einen perfekten Auftakt für das Album, das im Anschluss auch mit melancholischen Klängen („There for You" feat. Philippe Nash, „City Under Water") aufwartet. Erfrischend poppig kommt zwischendurch der Track „Citrus Dreams" feat. Amy Kelly daher.

🎵 Reinhören | Stergins Album „1 Mi2" auf Bandcamp:

„Möchte Leute ermutigen, miteinander zu reden"

Seit 2008 lebt der gebürtige Oberländer in der englischen Hauptstadt. In seinem Viertel finde sich ein Querschnitt der Gesellschaft mit Leuten aus allen sozioökonomischen Herkünften, erklärt Stergin. „Ich weiß, dass unsere gesellschaftlichen Probleme tiefe Wurzeln haben und oft sehr kompliziert sind. Nichtsdestotrotz möchte ich ein positives Zeichen setzen und Leute dazu ermutigen, miteinander zu reden und sich zuzuhören. Ich involviere gerne das Alltägliche in meinen Schaffensprozess und finde dort das Außergewöhnliche", sagt Stergin.

Der mit dem renommierten ‘Do It Differently Award’ von Help Musicians UK ausgezeichnete und vom Arts Council England prämierte Musiker ist außerdem leitender Kreativer des Musiklabels InHouse Records, welches mit jugendlichen Straftätern im Südosten Englands arbeitet. Durch diese Arbeit sei ihm wieder bewusst geworden, welch positive Kraft Musik haben könne,

Einladung an Künstler weltweit, seinem Beispiel zu folgen

Stergin versucht nun, das „1 Mi2"-Konzept auf möglichst viele Quadratmeilen auf der ganzen Welt zu verbreiten. Er ist auf der Suche nach Künstlern und Musikern die dem selben Prinzip folgen: mit Menschen reden – zuhören – Songs kreieren.

📽 Video | Künstleraufruf von Vinzenz Stergin:

🔗 Mehr Infos

🎵 Reinhören | Stergin im Ö1-Interview zum Projekt „1 Mi2":


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