Twingo Electric: Renaults elektrisierender City-Floh

Renault elektrifiziert jetzt auch seinen Kleinsten – den Renault Twingo – und macht ihn damit noch fitter fürs urbane Umfeld.

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Optisch ist der Renault Twingo Electric nur in Details von seinen Brüdern zu unterscheiden.
© Letzner

Von Lukas Letzner

Oberhofen – Günstige Elektroautos braucht das Land! Vor allem im städtischen Bereich könnte das Konzept wirklich aufgehen. Das haben mittlerweile viele Hersteller erkannt. Unter anderem auch der Automobilhersteller Renault, der mit seinem Zoe schon länger einen günstigen Stromer im Programm hat. Da könnte man sich durchaus fragen, ob es neben ihm einen elektrischen Renault Twingo wirklich braucht. Renault beantwortet diese Frage mit ja, und so haben wir den Elektro-Floh kürzlich zum Test eingeladen.

Optisch unterscheidet sich der batteriebetriebene Twingo nur in Details von seinem verbrennenden Bruder, der übrigens – im Gegensatz zum neuen Fiat 500 – auch noch im Programm der Franzosen bleibt. Statt des knackigen Dreizylinders hat er allerdings einen Drehstrom-Synchron-Elektromotor im Heck verbaut. Er leistet ordentliche 82 PS und verrichtet auch im Smart Forfour EQ sein Tagwerk. Allerdings spendierten ihm die Ingenieure etwas mehr Kapazität (21,4 kWh), weshalb der E-Twingo rund 190 Kilometer weit rollen soll. Im städtischen Umfeld sollen sogar bis zu 270 Kilometer drin sein. Mal sehen, wie das in der Realität aussieht. Wenn man das erste Mal im Twingo Electric Platz nimmt, kommt einem vieles sehr bekannt vor. Das Cockpit wird weitgehend von Hartplastik dominiert, wirkt aber dennoch hochwertig verarbeitet. Der Innenraum mit seiner schwarz-weiß-roten Farbgebung und den Ziernähten auf dem Kunstleder sieht erfrischend anders aus als sonst bei Kleinwagen, kennt man aber eigentlich auch schon.

Auch wenn der Twingo als Viersitzer konzipiert ist, auf der hinteren Sitzbank geht es sehr kuschelig zu. Auch der Kofferraum ist mit seinen 219 Litern keine wirkliche Offenbarung, aber man muss natürlich bedenken, wofür der Twingo Electric gemacht wurde. Genau: hauptsächlich für die Stadt und das tägliche Pendeln zur Arbeit. Das sieht man zum einen an seinen Abmessungen und zum anderen daran, dass er unglaublich wendig und leise und vor allem aus dem Stand recht flott ist. Bis Tempo 50 braucht der Elektro-Zwerg etwas mehr als 4 Sekunden und läuft im Normal-Modus 135 km/h schnell. Im Eco-Modus wird der Vorwärtsdrang bereits bei 105 km/h beendet. Perfekt, um im IG-L-Frühverkehr mitzuschwimmen. Natürlich begrenzt die kleine Batterie den Aktionsradius des Twingo recht deutlich auf die Stadt. Als Bestwert mit vollem Akku ermittelten wir bei 28 Grad Außentemperatur 207 Kilometer im Eco-Modus und 188 Kilometer „normal“. Je nach Wetterbedingungen können aber auch 20 bis 25 Kilometer davon abgezogen werden.

Das bringt uns zum Thema Laden: Einen CCS-Ladeanschluss gibt es leider weder für Geld noch für gute Worte. Typ-2-Laden ist also angesagt. Laut Hersteller braucht man eine Stunde, um den Akku zu 80 Prozent zu laden. Wer es darauf ankommen lassen will, kann übrigens auch 15 Stunden an der Schuko-Dose daheim laden.

Wer sich für den Renault Twingo Electric interessiert, der braucht mindestens 20.690 Euro. Die von uns getestete Vibes-Variante schlägt dann mit 24.990 Euro zu Buche.

Die Technik

Motor: Drehstrom-Synchron-E-Motor

Batterie: 21,4 kWh

Drehmoment: 160 Nm bei 500 U/min

Leistung: 60 kW/81 PS

L/B/H: 3615/1646/1557 mm

Gewicht: 1111/1518 kg

Kofferraumvolumen: 219–980 l

Reichweite: 190 km

Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h

0–100 km/h: 12,9 Sekunden

Verbrauch: 16,3 kWh

Kraftübertragung: Heckantrieb

Preis: 24.990 Euro

CO2-Emission: 000 g/km


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