Österreichs Banken haben sich nach Corona-Krise gut erholt

Die heimischen Banken sind gut durch die Corona-Krise gekommen und schreiben inzwischen wieder kräftige Gewinne.

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Trotz der anspruchsvollen Ausgangslage dürften sich Österreichs Banken im Großen und Ganzen gut geschlagen haben.
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Wien – Österreichs Banken haben die Corona-Krise relativ unbeschadet überstanden und ihre Gewinne im ersten Halbjahr im Vergleich zum Corona-bedingt schwachen Vorjahr kräftig gesteigert. Dies ist vor allem – neben der wieder anziehenden Wirtschaft – auf eine solide Ertragslage, stabile Kosten und ein im Vergleich zu 2020 deutlich geringeres Volumen an Risikovorsorgen zurückzuführen.

Fast alle Banken profitierten von deutlich geringeren Risikokosten. 2020 hatte die Corona-Pandemie gerade Fahrt aufgenommen, die Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung war groß und Banken sorgten für Kreditausfälle vor. Mittlerweile zeigt sich, dass nur wenige Darlehen nicht bedient werden, und die Banken müssen weniger Risikovorsorge in ihren Bilanzen bilden.

„Für das Gesamtjahr 2021 sind wir vorsichtig optimistisch, weil wir uns bewusst sind, dass vieles vom weiteren Verlauf der Pandemie abhängt“, sagt Erste-Group-Finanzvorstand Stefan Dörfler. Der Nettogewinn der Gruppe erhöhte sich auf 918 Mio. Euro, nach 294 Mio. im Vorjahr, und übertraf auch den Nettogewinn des ersten Halbjahrs 2019 von 732 Mio. Euro. Die Erste wird deshalb auch wieder eine Dividende auszahlen.

Eine deutliche Steigerung der Gewinne meldet auch die Raiffeisen Bank International (RBI). Unter dem Strich kletterte das Ergebnis im ersten Halbjahr um 66 % auf 612 Mio. Euro, teilte die RBI am Freitag mit. Die Bank werde „aufgrund der erfreulichen Entwicklungen bei der Kreditnachfrage und den Risikokosten“ ihren Ausblick für das heurige Jahr anpassen, so RBI-Vorstandschef Johann Strobl.

Die Bank-Austria-Mutter UniCredit hat den Gewinn von 420 Mio. Euro vor Jahresfrist auf 1,03 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Die Erträge stiegen um 5,5 % auf 4,4 Mrd. Euro. Der bereinigte Gewinn werde heuer bei über 3 Mrd. Euro liegen, sagte UniCredit-Boss Andrea Orcel. (APA, TT)


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