Italien

Gardasee-Bootsunfall: Verdächtiger Münchner nun unter Hausarrest

Der Unfall geschah in der Region um Salò.
© Robert Parigger

Der Tatverdächtige (52) ist an einem geheimen Ort in Italien untergebracht. Er könne nicht nach Deutschland zurückkehren.

Brescia – Im Fall des tödlichen Bootsunfalls auf dem Gardasee Mitte Juni ist der deutsche Verdächtige aus dem Gefängnis in der norditalienischen Stadt Brescia entlassen worden. Das bestätigte das Büro seines Anwalts am Montag. Dem Büro zufolge ist der 52-Jährige nun an einem geheimen Ort in Italien untergebracht. Er könne nicht nach Deutschland zurückkehren. Es bestehe zwar keine Gefahr für sein Leben, aber man wolle "Neugierige" vermeiden oder dass sich ihm Menschen nähern.

Seine Unterkunft werde von der Polizei bewacht. Der Zeitung La Repubblica zufolge hatte der Ermittlungsrichter die Haft in Hausarrest umgewandelt, denn es habe keine Gefahr mehr bestanden, dass der Münchener die Tat wiederholen werde. Der Deutsche soll in der Nacht auf den 20. Juni ein Motorboot auf dem Gardasee gesteuert haben. Das Boot, besetzt mit ihm und einem Freund, stieß den Ermittlungen zufolge mit dem Boot eines italienischen Paares zusammen, das vom Westufer des Sees stammte.

Der 37 Jahre alte Mann wurde tags darauf tot in dem Kahn entdeckt. Stunden später bargen Taucher die Leiche seiner 25 Jahre alten Begleiterin. Der Verdacht fiel bald auf die beiden Münchener. Diese durften zunächst wieder nach Deutschland zurückreisen, was in Italien teils für Empörung sorgte.

Die italienische Justiz suchte später einen der beiden per europäischem Haftbefehl. In einer Nacht- und Nebelaktion stellte sich der 52-Jährige schließlich Anfang Juli im norditalienischen Grenzort Brenner den Behörden und kam in ein Gefängnis in Brescia. Später strahlte der öffentlich-rechtliche Sender Rai 1 das Video einer Überwachungskamera aus, das angeblich das Unglück zeigte. Die Deutschen hatten den Behörden anfangs gesagt, sie hätten den Unfall nicht bemerkt. Der Festgenommene gab an, mit der Justiz kooperieren zu wollen. (APA/dpa)

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