Beutetour durch Österreich und Deutschland endete im Gefängnis

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Sportgeschäfte und Bergbahnen waren Tatorte.
© Böhm

Fünf Litauer mussten sich bis Dienstag in einem zweitägigen Prozess am Landesgericht verantworten. Ab 2019 hatten die Männer von 20 bis 49 Jahren eine regelrechte Beutetour durch Österreich und Deutschland unternommen. Staatsanwalt Thomas Patterer sah bei zumindest vier der Litauer eine kriminelle Vereinigung und Beuteschäden weit im sechsstelligen Bereich. In Tirol war die Bande vor allem durch ihre Einbrüche in die Bergbahnen in Ellmau, St. Johann oder Lienz aufgefallen. Dort waren jeweils die Tresore aufgeflext worden. Über das Abdrehen von Schlosszylindern waren die vor Richter Gerhard Melichar teils Geständigen indes in Geschäfte eingedrungen. Dort hatten sie es vor allem auf teure E-Bikes abgesehen. Akribische Polizeiarbeit brachte DNA-Treffer zutage. Haftstrafen von 34 Monaten für die Rädelsführer bis zu 12 Monaten (acht Monate davon bedingt) für einen 20-jährigen Handlanger wurden sofort angenommen – Ankläger Patterer überlegt aber noch.

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Über Jahre hing eine Anklage wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses wie ein Damoklesschwert über dem Haupt eines Tiroler Polizisten. So war ihm einst von der Korruptionsstaatsanwaltschaft der Verrat von Dienstlichem – und da sogar einer bevorstehenden Razzia – vorgeworfen worden. Adressat: ein sehr guter Bekannter des Beamten, welcher sich später in einem Fall von Pokerspiel samt Kokainstraßen wiedergefunden hatte. Richter Norbert Hofer kam nach Analyse abgehörter Gespräche aber zum Schluss, dass es wohl Informanten bei der Polizei in Richtung Pokerrunde gegeben haben müsse, aber es sich dabei aufgrund der Gesprächslogik nicht um den Angeklagten gehandelt hatte. Unter Tränen Anwesender erging ein rechtskräftiger Freispruch. (fell)


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