Spannender Pas de deux aus Kopfigem und Bauchigem

Es muss nicht immer das große Format sein: neue Arbeiten auf Papier von André Butzer und Ulrich Wulff in der Innsbrucker Galerie Kugler.

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In der Innsbrucker Galerie Kugler: André Butzers titellose, 2021 mit Aquarellfarben und Buntstiften auf Papier gemalte Arbeit.
© Galerie Kugler

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Die beiden deutschen Künstler André Butzer und Ulrich Wulff kennen und schätzen sich seit vielen Jahren und haben auch immer wieder gemeinsam ausgestellt. Wie aktuell in der Galerie Kugler, wo die beiden in den vergangenen Jahren bereits mehrfach mit Personalen präsent waren, um nun mit kleinformatigen Arbeiten auf Papier einen reizvollen – selbst choreografierten – Pas de deux vorzuführen.

Die Arbeiten, die Ulrich Wulff aus Berlin und André Butzer aus Los Angeles nach Innsbruck mitgebracht haben, sind größtenteils im vergangenen Jahr in der Corona-bedingten Einsamkeit ihrer jeweiligen Ateliers entstanden. Und sie erstaunen durch die Dichte, die die Konzentration auf das kleine Format erzwingt, genauso wie durch das zunehmende Verlassen des Gegenständlichen, von dem der 48-jährige Butzer und der zwei Jahre jüngere Wulff ursprünglich herkommen.

Wobei diese Konzentration auf das pure Spiel mit Farben und Formen bei den beiden auf komplett andere Weise passiert. Ulrich Wulff ist in der Abstraktion der Wirklichkeit dabei wesentlich radikaler bzw. kopfgetriebener zugange, wenn er etwa Kartone in klaren Acrylfarben geometrisch strukturiert. In exakt austarierte Farbfelder teilt, jonglierend mit Kontrasten, mit Linearem und Flächigem, mit Ordnungen und deren bewusster „Störung“. Denn zufällig ist in diesen subtilen Fingerübungen nichts, genauso wie nichts zu viel und nichts zu wenig ist in diesem klug austarierten malerischen Spiel.

Wesentlich mehr Emotionen lässt im Gegensatz dazu Andé Butzer zu. Scheinen die mit Aquarell- und Acrylfarben, Bunt- und Wachsstiften auf Papiere hingeschriebenen Arbeiten in ihrer wilden Expressivität doch sehr spontane Reaktionen auf momentane Befindlichkeiten zu sein. Was ihn mit Wulff verbindet, ist, dass kräftige Farben auch seine titellosen Arbeiten dominieren, um gern Figurales zu umkreisen, das allerdings zu farbigen, raffiniert ineinander verknäuelten Flecken und Linien aufgelöst ist.


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