Weitere Schafsrisse in Tirol, Bauern holten rund 2000 Schafe von zehn Almen

250 Almtiere sind Beutegreifern in Tirol in diesem Sommer schon zum Opfer gefallen. In den vergangenen Tagen kam es zu neuerlichen Schafsrissen. Zudem wurden anhand von Rissen in Osttirol, im Oberland und im Brixental erneut Wölfe nachgewiesen. Indes holen immer mehr Bauern ihre Schafe vorzeitig von den Almen.

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Auch die Inzingern Bauern brachten die restlichen Schafe sicherheitshalber am Dienstag ins Tal.
© zeitungsfoto.at

Innsbruck, Lienz – Die Tiroler Almbauern kommen nicht zur Ruhe. Auf der Inzinger, Flaurlinger sowie auf der Stamser Alm und in Außervillgraten ist es in den vergangenen Tagen erneut zu Schafsrissen gekommen – zehn an der Zahl. Teilweise mussten die schwer verletzten Schafe notgeschlachtet werden. In Summe spricht das Land Tirol derzeit von rund 250 Tieren, die in diesem Sommer Wolf oder Bär zum Opfer fielen.

Das bleibt nicht ohne Folgen. Zuhauf werden die Tiere nun von ihren Haltern zurück in die Ställe gebracht. Konkret geht das Land bisher von mehr als 2000 Schafen aus, die von rund zehn Almen abgetrieben wurden. Weitere könnten folgen. Genaue Zahlen würden allerdings erst nach Ende der Almsaison vorliegen, hieß es in einer Aussendung.

Osttiroler Wolf auch im Stubai- und Wipptal am Werk

Während die Abklärungen und DNA-Untersuchungen bei den neuerlichen Rissen noch laufen, liegen weitere Befunde vergangener Fälle vor – so etwa aus Silz. Dort sowie im benachbarten Rietz war bereits ein Wolf aus der italienischen Population nachgewiesen worden. Jetzt stellte sich heraus, dass selbiger auch für Risse am 2. Juli in Silz verantwortlich gewesen war. Insgesamt tötete „118 MATK" – so seine offizielle Bezeichnung – 45 Schafe.

Ebenfalls der italienischen Population entstammt ein Wolf, der für mehr als 65 tote und zahlreiche vermisste Tiere in Osttirol sorgte. Dabei handelt es sich um Risse in Außervillgraten (26.Juli), Prägraten (16./23. Juli) und Assling (10./12. Juli). Im Fall der gerissenen Schafe in Hopfgarten i. D. (4. Juli) liegt mittlerweile auch die Genotypisierung vor. Diese brachte zu Tage, dass selbiger Wolf bereits im Mai in Neustift sowie in Trins am Werk war. Dieser trägt die Bezeichnung „108 MATK".

Nicht näher identifiziert werden konnten hingegen die Wölfe, die in Matrei i. O. (10./17. Juli), Assling (6. Juli) und Außervillgraten (5. Juli) wüteten. Hier lieferten die DNA-Proben kein Ergebnis – oftmals sei die Qualität des genetischen Materials für die Bestimmung eines Einzeltieres nicht ausreichend, teilte das Land mit.

Ebenfalls keinen genetischen Fingerabdruck gibt es für die Wolfsnachweise in St. Anton am Arlberg, im Ötztal und in Westendorf. Im Fall der gerissenen Schafe in der Kelchsau am 24. Juli ist nun ebenfalls bekannt, dass es sich bei dem Beutegreifer um einen Wolf handelte. Auch diese Proben werden nun auf den Genotyp hin untersucht. (TT.com/tst)


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