St. Bartlmä: Ärger über Willis Ansage in Innsbruck

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Große Pläne hat Bürgermeister Georg Willi mit dem Areal in St. Bartlmä, wo er ein Kulturquartier realisieren möchte.
© Thomas Böhm

Als unprofessionell bezeichnet ÖVP-Klubobmann Christoph Appler die Ankündigung von Bürgermeister Georg Willi, mit überschüssigen Millionen das Kulturquartier St. Bartlmä in Innsbruck realisieren zu wollen. „Über Willis Finanz-Wirrwarr kann man nur noch den Kopf schütteln. Solche unüberlegten Schnellschüsse erzeugen nur Verwirrung und einen Vertrauensverlust in das Bürgermeisteramt bei der Bevölkerung. Das Mammut-Projekt Bartlmä in der jetzt bekannten Form hat auch der Herr Bürgermeister als viel zu teuer bezeichnet“, sagt Appler. Er sei sich sicher, dass man in den Verhandlungen mit allen Fraktionen gemeinsam genug andere Projekte finden werde, die den Bürgern und der Wirtschaft nützen.

Unverständnis über das Vorgehen des Bürgermeisters herrscht auch bei der SPÖ, vor allem nachdem sich an den Preisvorstellungen des Eigentümers (10 Mio. Euro) offenbar bislang noch nichts geändert hat. Diese seien völlig überteuert, warnt SPÖ-Stadtparteiobmann Benjamin Plach. „Statt medialer Vorankündigungen sollten Verhandlungen geführt werden, welche zu einer Beschlussfassung und Umsetzung führen können“, erklärt Plach.

Die FPÖ spricht sich indes generell gegen ein Kulturquartier am Bartlmä-Areal aus. Dahinter stecke reine Klientelpolitik der Grünen. „Der Bürgermeister verfällt inzwischen wohl dem Größenwahn“, zeigt sich FPÖ-Vizebürgermeister Markus Lassenberger verärgert. „Das Areal St. Bartlmä ist laut Einschätzung der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG) allerhöchstens vier bis fünf Millionen Euro wert“, sagt Lassenberger. Sollte dort tatsächlich ein Kultur- und Veranstaltungsquartier umgesetzt werden, drohe ein weiteres Großprojekt mit enormer Kostenüberschreitung, glaubt der FPÖ-Vizebürgermeister.

Ein „Flop“ war die temporäre Gratis-Parkstunde für die SPÖ. Für einige Wochen konnte in Innsbrucks Innenstadtgaragen am Freitag und Samstag eine bzw. zwei Stunden gratis geparkt werden, die Aktion ist mittlerweile ausgelaufen. 190.000 Euro kostete das die Stadt, bereitgestellt aus dem Corona-Wirtschaftspaket. „Anstatt einer sinnlosen Gratis-Parkstunde hätte man mit knapp 200.000 Euro zielgerichtet denen helfen können, die es wirklich dringend gebraucht hätten“, sagt SPÖ-Stadtparteiobmann Benjamin Plach.

Eine barrierefreie Toilettenanlage in der Innsbrucker Markthalle, die auch außerhalb der Betriebszeiten für Besucher von Veranstaltungen am Marktplatz offen steht, fordert Gerald Depaoli. Seine Fraktion „Gerechtes Innsbruck“ werde im Herbst-Gemeinderat einen entsprechenden Prüfantrag einbringen. (dd, TT)


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