Tunesien verhinderte Dutzende Ausreisen nach Italien

Insgesamt wurden rund 700 Personen angehalten, darunter auch acht mutmaßliche Schlepper. Schiffe der tunesischen Marine brachten unterdessen 100 Tunesier in Sicherheit, die sich an Bord eines in Seenot geratenen Schiffes befanden.

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Tunis – Die tunesische Küstenwache hat am Samstag in verschiedenen Regionen des Landes Dutzende Abfahrten nach Italien blockiert und Hunderte Menschen aufgehalten. Dies gab das Innenministerium in Tunis in einer Mitteilung bekannt. 22 Versuche der illegalen Einwanderung wurden demnach vereitelt und 348 Personen aufgehalten. Davon waren 180 tunesische Staatsbürger. Sicherheitskräfte aus der Region Bahri al-Wasat verhinderten zudem sieben Ausreiseversuche und hielten 312 Personen auf.

Die Küstenwache stoppte in Bahri-Sahel fünf Abfahrten, 31 Tunesier wurden festgenommen. In Sfax nahm die Polizei acht Personen wegen des Vorwurfs der "vorsätzlichen Bildung einer Organisation zur illegalen Auswanderung" fest, heißt es in der Erklärung.

Schiffe der tunesischen Marine brachten unterdessen am Sonntag 101 Tunesier im Alter zwischen 15 und 52 Jahren in Sicherheit, die sich an Bord eines in Seenot geratenen Schiffes 65 Kilometer vom Küstenort Chebba befanden, wie das tunesische Verteidigungsministerium mitteilte. Das Boot war am Freitagabend abgefahren. Weitere 172 Migranten, darunter 131 Tunesier und 41 Personen aus verschiedenen afrikanischen Ländern, wurden an Bord eines Bootes 22 Kilometer von Chebba aufgegriffen. Die Migranten waren am Freitagabend von der Stadt Sfax in Richtung Italien aufgebrochen.

Von den Küsten Libyens und Tunesiens aus versuchen immer wieder Migranten, in Booten in die EU zu gelangen. Ihre Ziele sind häufig Malta oder Italien. Die oft überfüllten Boote geraten regelmäßig in Seenot und kentern. Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der Migranten, die in diesem Jahr bisher im zentralen Mittelmeer gestorben sind, auf etwa 930. (APA)

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