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Anwalt im TT-Interview: „Hotel-Investoren wollen Wohnungen selber nutzen“

Investoren in Anleger-Hotels werden über Nutzungsverbot oft im Dunkeln gelassen, kritisiert Anwalt Stephan Wijnkamp. Mit Tricks werde Eigennutzungs-Verbot umgangen.

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So genannte touristische Investorenmodelle – Anlegerwohnungen als Hotelbetrieb – geraten immer stärker in die Kritik.
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Investorenmodelle stehen in der Kritik: Projektentwickler verkaufen Wohnungen an Anleger, ein Hotelbetreiber vermietet sie an Urlauber. Angeprangert werden versteckte Freizeitwohnsitze, Grundverbrauch, Verteuerung von Grund und Boden und unfaire Konkurrenz zu heimischen Familienbetrieben. Sie als Anwalt vertreten enttäuschte Mandanten vornehmlich aus den Niederlanden, die bei solchen Investorenmodellen eingestiegen sind, und warnen interessierte Anleger vor den möglichen negativen Folgen. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Stephan Wijnkamp: Vielen Wohnungskäufern bzw. Anlegern geht es nicht darum, in einen Hotelbetrieb zu investieren. Vielmehr geht es ihnen hauptsächlich um ein Investment in ein „Second Home“ – eine Ferienwohnung, um sie im Urlaub selbst zu nutzen und die zudem eine Rendite bringt. Mit solchen Argumenten werden die Wohnungen auch im holländischen und belgischen Fernsehen und auf Second-Home-Messen massiv beworben. Dass die Eigennutzung solcher Hotel-Wohnungen in Tirol meist nicht erlaubt ist, weil es dann ein illegaler Freizeitwohnsitz wäre, wissen die meisten Käufer aus dem Ausland nicht. Sie schildern, nie darüber aufgeklärt worden zu sein – weder vom Projektentwickler noch vom Makler noch von sonst jemandem. Das Gegenteil ist oft der Fall.

Nämlich?


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