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Lockl verteidigt grüne Weißmann-Stimmen: „Er hat Vertrauensvorschuss“

Viel Kritik gibt es daran, dass die Grünen ÖVP-Favorit Roland Weißmann als ORF-Chef gewählt haben. Stiftungsrat Lothar Lockl kontert, die Parteiführung schweigt.

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Roland Weißmann löst am 1. Jänner kommenden Jahres Alexander Wrabetz an der ORF-Spitze ab.
© APA/Schlager

Von Karin Leitner

Wien – Viel Erklärungs- und Rechtfertigungsbedarf haben die Grünen – ob ihres Vorgehens bei der Wahl des künftigen ORF-Generaldirektors. Die drei Stiftungsräte der Öko-Partei haben am Dienstag, wie vom Koalitionspartner ÖVP gewünscht, für dessen Favoriten, Vizefinanzdirektor Roland Weißmann, votiert. Dieser wäre auch ohne deren Stimmen Chef des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geworden; die Türkisen haben die Mehrheit im 35-köpfigen Stiftungsrat, dem obersten Aufsichtsratsgremium. An der Grün-„Basis“ gibt es viel Unmut wegen der Causa. Der Tenor: Einmal mehr „buckle“ die Parteiführung vor dem ÖVP-Kanzler, sei dabei bei Postenschacherei.

Verstärkt hatte den Verdacht Grünen-Mediensprecherin Eva Blimlinger. Sie argumentierte das Tun der drei Stiftungsräte via Standard so: Durch das Ja zu Weißmann sei möglich, bei der Bestellung des Führungsteams, die am 16. September vonstattengeht, ein gewichtiges Wort mitzureden. „Würden die grünen Vertreter bei Weißmanns Wahl nicht mitgehen, wäre der Einfluss der ÖVP im ORF am Ende größer“, befand sie vor der Abstimmung.


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