Polizisten bei Covid-Kontrolle in Osttirol verletzt

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Zurzeit wird in Osttirol wieder vermehrt kontrolliert. Beim Einschreiten zur Faschingszeit kam es zu einem brutalen Übergriff. (Symbolbild)
© Oblasser

Kurz nach der Lockerung des Lockdowns im Februar war die Unternehmungslust bei manchem Bürger wohl besonders groß. So war es in einem Osttiroler Ort zu einer nicht genehmigten Faschingsveranstaltung gekommen. Als die Polizei anrückte, um wenigstens Mindestabstände und Mund-Nasen-Schutz zu kontrollieren, vermischte sich bei Teilnehmern der Corona-Frust mit teils hochprozentiger Alkoholisierung. Zu spüren bekam dies ein amtshandelnder Gruppeninspektor. So wurde er von einem 22-Jährigen am Oberkörper erfasst, auf den Boden gestoßen und an den Haaren gezogen. Auch den Festnahmeversuchen widersetzte sich der Arbeiter heftig. Gestern am Landesgericht umriss Michael Harthaller, Anwalt des Polizisten, das Verletzungsausmaß: blutende Wunden an Nase und Stirn, Blutergüsse und Schwellungen an Wirbelsäule und Schulter, Knochenabsplitterungen an der Halswirbelsäule, Schmerzen am Gebiss. Eine Berufsunfähigkeit des Beamten von über 24 Tagen war die Folge. Der im Februar letztlich doch verhaftete 22-Jährige entschuldigte sich umgehend bei dem Polizisten und zeigte sich vor Richterin Heide Maria Paul reuig. RA Harthaller forderte trotzdem 4500 Euro Schmerzensgeld und 1433 Euro Verdienstentgang. 1000 Euro sprach Richterin Paul sofort zu, für den Rest kommt es für den Angeklagten wohl noch zur Zivilklage. Für ihn selbst setzte es rechtskräftig zehn Monate bedingte Haft und 960 Euro Geldstrafe.


Getuschel unter 14-Jährigen hatte gestern einen 40-Jährigen wegen versuchter Nötigung auf die Anklagebank gebracht. Nachdem gemunkelt wurde, dass er mit einer 14-jährigen Kollegin zusammen sei, war er von den Jugendlichen als Pädophiler beschimpft und zu Hause aufgesucht worden. Drohungen des 40-Jährigen, vor allem mit seinen scharfen Hunden, konnten aber nicht bewiesen werden. Eher im Gegenteil. Verteidiger Roland Seeger: „Zähle ich alle Widersprüche bei Polizei und Gericht auf, sitzen wir morgen noch hier!“ Rechtskräftiger Freispruch. (fell)

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