Italiens Gesundheitsminister will Beihilfe zum Suizid erleichtern

Der Linkspolitiker Roberto Speranza strebt eine Liberalisierung der Suizidbeihilfe an. Ziel sei es, in bestimmten Fällen eine rechtliche „Garantie“ zu schaffen.

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Hintergrund von Speranzas Initiative ist unter anderem der vielbeachtete Appell eines 43-Jährigen, der infolge eines Verkehrsunfalls gelähmt und schwer krank ist.
© KENZO TRIBOUILLARD

Rom – Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza strebt eine Liberalisierung der Suizidbeihilfe an. Laut übereinstimmenden Medienberichten vom Freitag kündigte er laut Kathpress eine entsprechende Vereinbarung mit den italienischen Regionen an. Ziel sei es, in bestimmten Fällen eine rechtliche „Garantie“ zu schaffen. „Ich persönlich bin seit langem von der Notwendigkeit und Dringlichkeit einer gesetzgeberischen Maßnahme in dieser Angelegenheit überzeugt“, so der Linkspolitiker.

Vielbeachteter Appell eines Schwerkranken

Hintergrund von Speranzas Initiative ist unter anderem der vielbeachtete Appell eines 43-Jährigen, der infolge eines Verkehrsunfalls gelähmt und schwer krank ist. „Ich möchte in Würde sterben, bitte lassen Sie mich jetzt gehen“, schrieb er in einem Offenen Brief an den Gesundheitsminister.

Der seit zehn Jahren bettlägerige Mann hatte bereits 2020 bei der lokalen Gesundheitsbehörde einen Antrag auf medizinisch assistierten Suizid gestellt, der zunächst ohne Prüfung abgewiesen wurde. Im Juni entschied ein Gericht in Ancona, dass die Prüfung durch die Gesundheitsbehörde doch stattfinden muss.

2019 war vom Verfassungsgericht festgestellt worden, dass es unter bestimmen Umständen straffrei sei, die Ausführung eines frei gebildeten Suizidvorsatzes zu erleichtern. Das Parlament wurde aufgefordert eine genauere gesetzliche Regelung zu entwerfen. Das italienische Strafrecht belegt grundsätzlich Anstiftung und Beihilfe zum Suizid mit fünf bis zwölf Jahren Freiheitsentzug. (APA)


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