74. Filmfestspiele Locarno: Publikumspreis für Stefan Ruzowitzky

Das Filmfestival von Locarno ist mit einer Auszeichnung für Österreich zu Ende gegangen: Regisseur Stefan Ruzowitzky erhielt den Publikumspreis für den Anti-Kriegs-Thriller "Hinterland".

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Für den Film "Hinterland" wurde Stefan Ruzowitzky beim Filmfest von Locarno ausgezeichnet.
© freibeuterfilm

Locarno – Zum Abschluss des 74. Internationalen Filmfestivals Locarno wurden Samstagabend auf der Piazza Grande des Ferienortes am Schweizer Ufer des Lago Maggiore die am Nachmittag verkündeten Preisträger vorgestellt. Den Tausenden Besuchern der Freiluft-Gala wurde auch verkündet, welcher Film den per Zuschauer-Abstimmung vergebenen Publikumspreis gewonnen hat. Die Ehrung ging an den österreichischen Anti-Kriegs-Thriller "Hinterland" von Regisseur Stefan Ruzowitzky ("Die Fälscher").

In dem formal ausgetüftelten Film des Oscar-Preisträgers Ruzowitzky überrascht der deutsche Schauspielstar Matthias Schweighöfer ("Keinohrhasen") als Charakterinterpret. Diesen Preis gewinnt jeweils ein außerhalb aller Wettbewerbe bei einer der abendlichen Piazza-Aufführungen gezeigter Film.

Der Hauptpreis, der Goldene Leopard, ging in diesem Jahr an die Sozialstudie "Vengeance is Mine, All Others Pay Cash" aus Indonesien. Der Filmtitel bedeutet auf Deutsch übersetzt "Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar". Der 43 Jahre alte indonesische Regisseur Edwin ("Die Nacht der Giraffe") reflektiert darin die von Gewalt geprägte jüngere Geschichte seines Heimatlandes.

"Filmemacher der Gegenwart" geht an Deutschland

Im zweiten wichtigen, allerdings dem Nachwuchs vorbehaltenen Wettbewerb "Filmemacher der Gegenwart" konnte Deutschland einen besonders großen Erfolg verbuchen: Saskia Rosendahl ("Fabian oder der Gang vor die Hunde") erhält für ihre Interpretation einer mit dem Leben unzufriedenen jungen Frau in der Romanverfilmung "Niemand ist bei den Kälbern" die Ehrung als beste Schauspielerin.

Saskia Rosendahl freut sich über ihren Preis.
© Nick Zonna / IPA via www.imago-images.de

Der Preis für die beste Regie im Hauptwettbewerb ging an den US-Amerikaner Abel Ferrara ("Bad Lieutenant") für den Polit-Thriller "Zeros and Ones". Den Spezialpreis der Jury des Hauptwettbewerbs bekam das Historiengemälde "A New Old Play" des chinesischen bildenden Künstlers und Regisseurs Qi Jiongjiong.

Im Hauptwettbewerb wurde die Russin Anastasiya Krasovskaya als beste Schauspielerin in der Milieustudie "Gerda" von Regisseurin Natalya Kudryashova (Russland) ausgezeichnet. Mohamed Mellali und Valero Escolar wurden gemeinsam als beste Schauspieler in der Arbeiter-Komödie "Sis dies corrents" ("The Odd-Job Men") der spanischen Filmregisseurin Neus Ballús ("Die Plage") geehrt.

Im Hauptwettbewerb vertreten war auch der Wiener Regisseur Peter Brunner mit seinem neuen Film "Luzifer". Shootingstar Franz Rogowski und Susanne Jensen spielen in dem symbolbeladenen Essay einen geistig zurückgebliebenen jungen Mann und seine Mutter, die in einer einsamen Berghütte ein glaubensgeprägtes Dasein führen, bis die Zivilisation in diese vermeintliche Idylle einzubrechen droht.

Der vor allem für zahllose Horrorfilme wie "Suspiria" (1977) bekannte italienische Filmregisseur Daria Argento (80) bekam einen Ehren-Leoparden für sein Lebenswerk. Er wurde ihm von der jetzt 71-jährigen Hollywood-Regie-Legende John Landis ("Blues Brothers"), der am Vorabend mit einem Ehrenpreis des Festivals ausgezeichnet worden war, überreicht. (APA/dpa)


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