Unternehmerin Schaeffler feiert 80. Geburtstag in Kitzbühel

Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann feiert am 17. August Geburtstag. Immer wieder ging die Unternehmerin neue Wege.

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Maria-Elisabeth Schaeffler mit ihrem Sohn auf der Continental-Hauptversammlung 2009.
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Herzogenaurach – Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann steht für Jahrzehnte bewegter Industriegeschichte und wurde zur Milliardärin. Am 17. August wird sie 80 Jahre alt. Es ist ruhiger geworden um die Frau mit der markanten blonden Mähne. Die Österreicherin Schaeffler-Thumann, über Jahrzehnte starke Frau im deutschen Firmenimperium Schaeffler und einer der reichsten Menschen in Deutschland und Österreich, hält die Fäden vor ihrem 80. Geburtstag mit weniger Öffentlichkeit in der Hand.

Bis vor ein paar Jahren war die Präsenz der Grande Dame im Unternehmen größer: Schaeffler-Thumann ließ es sich nicht nehmen, etwa bei Werksjubiläen mit Mitarbeitern zu sprechen oder Ehrungen selbst vorzunehmen. Den Geburtstag will sie nun ohne großes Aufheben mit ihrem Mann und einigen Wegbegleitern in ihrem Haus in Kitzbühel feiern. Die Jubilarin hält sich inzwischen aus dem operativen Geschehen fern.

Viele Jahre war das anders. Maria-Elisabeth wollte Ärztin werde, als die junge Frau im Alter von 22 Jahren an ihrem Studienort Wien den 24 Jahre älteren Unternehmer Georg Schaeffler kennen lernte. Die junge Frau gab ihre beruflichen Ambitionen auf und zog von Wien nach Herzogenaurach. Ihr Weg als glamouröse Unternehmergattin schien vorgezeichnet – es sollte ein Weg mit vielen Kurven werden. 1996 starb Ehemann Georg Schaeffler, im gleichen Jahr zog es Sohn Georg F. W. in die USA. Maria-Elisabeth, die Frau aus gutem Hause, privat eher den schönen Künsten zugewandt, stand im Alter von 55 Jahren alleine da, an der Spitze eines schon damals weltweit agierenden Technologie-Unternehmens mit Milliardenumsatz, mitten in einer Männerwelt.

In Österreich hat Maria-Elisabeth Schaeffler von Mai 2008 bis März 2014 dem Aufsichtsrat der österreichischen Staatsholding ÖIAG (nunmehr ÖBAG) angehört. Auch eine Beinahe-Pleite findet sich in der Unternehmensgeschichte. Die Schaefflers übernahmen 2008 den viel größeren Autozulieferer Continental. Ein paar Jahre zuvor waren zwei weitere Übernahmen, unter anderem die von FAG Kugelfischer, gut gegangen. Kurz darauf aber ging die US-Investmentbank Lehman Brothers in die Knie, die Märkte kollabierten weltweit, Schaeffler und Conti wurden mitgerissen. Die Schaefflers drohten, zu Schulden-Milliardären zu werden. Maria-Elisabeth Schaeffler musste den Gang zum Staat antreten – und wurde kalt abserviert.

Als die Schaeffler AG 2015 an die Börse geht und Maria-Elisabeth Schaeffler auf dem Frankfurter Parkett medienwirksam die berühmte Glocke schwingt, sind sie und ihr Sohn Georg nach Darstellung in Wirtschaftsmedien in die Liga der Menschen mit dem größten Vermögen weltweit aufgestiegen. Ein Jahr zuvor hatte die Unternehmerin auch privat ihr neues Glück gefunden und in Kitzbühel den auf den Tag gleichaltrigen früheren BDI-Chef Jürgen Thumann geheiratet. (APA, dpa)


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