Brasilianische Forscher: Cannabidiol könnte bei Covid-19-Burnout helfen

Brasilianische Wissenschaftler veröffentlichten eine Studie, die erforscht, ob Cannabidiol (CBD) positiv bei der Therapie gegen Burnout helfen könnte. Die Studie wurde mit Personen durchgeführt, die in der Patientenbetreuung von Covid-19-Betroffenen tätig waren.

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Brasilianische Forscher sahen bei der Studie mit 120 Personen eine großteils positive Wirkung bei der Verwendung von Cannabidiol gegen Burnout.
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Sao Paulo, Washington – Cannabidiol (CBD), das laut Experten einen gewissen Stellenwert in der Therapie chronischer Schmerzzustände haben dürfte, kann auch bei Burnout von Beschäftigten im Gesundheitswesen hilfreich sein. Eine brasilianische Studie mit 120 Teilnehmern, die unter starker Covid-19-Belastung leideten, kam zu einem großteils positiven Ergebnis. Allerding gab es in zwei Fällen starke Nebenwirkungen

Die Studie von Jose Crippa und seinen Co-Autoren erschien im JAMA Network Open. Dieses ist eine Online-Publikation der amerikanischen Ärztegesellschaft. "In der direkten Patientenbetreuung von Covid-19-Betroffenen tätige Mitarbeiter des Gesundheitswesen zeigen eine erhöhte Rate an Burnout-Symptomen. Cannabidiol (CBD) hat eine Angst mindernde und antidepressive Wirkung und könnte in der Lage sein, emotionale Erschöpfung und Burnout zu reduzieren", schrieben die Wissenschafter in ihrer Studie.

An der Untersuchung nahmen 120 Personen teil. Alle waren aufgrund von Burnout-Syndromen in Behandlung. Die Hälfte von ihnen erhielt zusätzlich zur sonstigen Standardtherapie vier Wochen lang täglich 300 Milligramm CBD (zweimal 150 Milligramm). Das Durchschnittsalter der Probanden betrug knapp 34 Jahre. Die Daten von 118 Teilnehmern konnten ausgewertet werden.

Im Vergleich der beiden Gruppen zeigte sich ein positiver Effekt. Das erbrachte die Beurteilung durch Experten in verblindeter Form. So verbesserte sich der psychische Status der mit CBD Behandelten im Vergleich zur Kontrollgruppe nach zwei, drei und vier Wochen jeweils um mehr als vier Punkte auf der sogenannten Maslach Burnout-Skala.

Bei der Maslach-Burnout-Klassifizierung handelt es sich um den derzeit am häufigsten verwendeten Test für die Erhebung einer Gefährdung durch psychische Erschöpfung. Die Basis bildet ein Fragebogen mit 22 Themen, der emotionale Erschöpfung (neun Punkte), Depersonalisierung (Distanz zu Klienten, Patienten etc.; fünf Punkte) und reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit (acht Punkte) abbilden soll. Ein Zutreffen von zehn oder mehr der Fragen wird im Selbsttest als Burnout-Gefährdung angesehen.

Das Ergebnis der zusätzlichen CBD-Therapie war eine Besserung des Burnout-Status um rund vier Punkte auf der Skala. Allerdings stellten die Autoren fest: "Fünf Teilnehmer, alle aus der CBD-Behandlungsgruppe, hatten schwere Nebenwirkungen. Vier davon entfielen auf erhöhte Leberwerte (in einem Fall schwer, und in drei Fällen mild) (...)." Ein Patient zeigte eine schwere Hautreaktion. Bei den beiden Personen mit starken Nebeneffekten wurde die Therapie abgesetzt, woraufhin die Probleme verschwanden. (APA)


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