Tiroler Kulturinitiativen kritisieren „restriktive Maßnahmen“

Dass erneut über die Einschränkung von Veranstaltungen nachgedacht wird, lässt bei den TKI die Alarmglocken schrillen. Werde diese Praxis fortgesetzt, werde der gesamte Kunst- und Kultursektor „nachhaltig ruiniert“, warnen die Kulturinitiativen.

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Symbolbild.
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Innsbruck – Dass da und dort wegen steigender Infektionszahlen wieder über die Einschränkung von Veranstaltungen nachgedacht wird – und im Falle Osttirols auch vollzogen wurde – stößt nun auf massive Kritik der Tiroler Kulturinitiativen (TKI). Diese kritisierten in einer Aussendung am Mittwoch die „restriktiven und undifferenzierten Maßnahmen“, die unter anderem auch aufgrund der Sicherheitskonzepte nicht nötig wären.

„Kulturbetriebe sperren als erstes zu und als letztes wieder auf – so kennen wir das seit nunmehr eineinhalb Jahren. Das Problem dabei: Wir können diese Praxis nicht endlos fortsetzen, denn auf diese Weise wird der gesamte Kunst- und Kultursektor samt den zuarbeitenden Betrieben (Licht- und Tontechnik, Bühnenbau etc.) nachhaltig ruiniert“, ließen Vorstand und Geschäftsführung der Kulturinitiativen die Verantwortlichen wissen. Man habe ein „Déjà-vu“: Wie vor einem Jahr bestehe die erste Reaktion von Politik und Sicherheitsbehörden auf die steigenden Inzidenzen darin, Veranstaltungen einzuschränken. Aktuelles Beispiel sei eben Osttirol, wo seit einigen Tagen Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen neuerlich verboten sind.

Dabei hätten alle Kultureinrichtungen „ausgefeilte und erprobte Sicherheitskonzepte“ erarbeitet und würden diese penibel umsetzen. „Kulturveranstaltungen sind hierzulande sicher, das ist mittlerweile erwiesen“, stießen die staatlichen Restriktion auf kein Verständnis bei den Kulturverantwortlichen.

Man beklagte „undifferenzierte Restriktionen über die Köpfe der Betroffenen hinweg und Hauruckaktionen, die mit den oft monatelangen Vorlaufzeiten von Kulturveranstaltungen oder Festivals nicht vereinbar sind“ und appellierte: „Wenn Politik ein lernendes System ist, wie in Zeiten der Pandemie öfters behauptet, dann muss aus den Erfahrungen gelernt und künftig behutsamer und differenzierter vorgegangen werden, um den Kunst- und Kultursektor vor weiteren Schäden zu bewahren“.


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