Umdenken gefordert: „Pädagogen sind klar überfordert“

Die Tiroler Grünen fordern ein Recht auf Bildung ab dem ersten Lebensjahr.

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Die Grünen mit Stephanie Jicha, Martin Rauter und Regina Karlen (v. l.) fordern ein Umdenken in der Elementarpädagogik.
© Grüne Tirol

Reutte – Einen Vorstoß für eine „chancengleiche Bildung für alle Kinder von Beginn an“ wollen die Tiroler Grünen unternehmen. Die Grundlage dafür liefert ihnen die Statistik 2020/21 der Kinderbetreuungseinrichtungen in Tirol. Mit lediglich neun Kinderkrippen im Bezirk sei Reutte landesweit Schlusslicht. Auch die Zahl der Schließtage in Kindergärten sei alarmierend. „Gerade für Frauen im ländlichen Raum ist das unzumutbar. Durchschnittlich 55,5 Schließtage stehen 25 Urlaubstagen gegenüber. Diese Rechnung geht nicht auf“, ärgert sich Bezirkssprecherin Regina Karlen.

„Wir brauchen dringend eine Umkehr der Ressourcenpyramide und das Berufsbild der Elementarpädagoginnen und -pädagogen muss attraktiver werden“, fügt der Initiator der grünen Mitgliederinitiative zum Thema Bildung, Martin Rauter, hinzu. Lediglich 34,8 % des Personals in den Kinderkrippen im Bezirk Reutte hätten eine fachspezifische Ausbildung. „Elementarbildung ist nicht irgendeine Betreuungsaufgabe, sondern Grundlage der Wissensvermittlung. Den Pädagogen werden immer mehr Aufgaben übertragen, das ist unter diesen Voraussetzungen eine klare Überforderung. Gehaltsanpassung, Anerkennung von Vor- und Nachbereitungszeiten und die Berücksichtigung regionaler Unterschiede wären dringend notwendig“, sagt der Pinswanger.

Stephanie Jicha, grüne Bildungssprecherin im Landtagsklub, meint, das Thema habe sich zu sehr auf die Eltern fokussiert: „Wir wollen Kinderkrippen und -gärten als Bildungseinrichtungen etablieren, fordern Rechtsanspruch auf Bildung ab dem ersten Lebensjahr und ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr.“ (TT, fasi)


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