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TT-Analyse: Fahrplan für Klimaticket wackelt bereits vor dem Start

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Stefan Eckerieder

Analyse

Von Stefan Eckerieder

Mit einem Ticket alle öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Österreich nutzen. Das war Ziel des 1-2-3-Tickets. Am Nationalfeiertag am 26. Oktober macht die Stufe 3 des Tickets nun den Anfang als KlimaTicket. Ohne die Stufen 1 und 2 wurde auch der ursprüngliche Name der Aktion obsolet. Ohnehin bleibt es fraglich, ob das Ticket in seiner ursprünglich geplanten Form umgesetzt werden kann.

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Für Pendler zwischen mehreren Bundesländern bleibt das KlimaTicket um knapp 1100 Euro dennoch interessant. Kann man doch das ganze Jahr in den sechs westlichen und südlichen Bundesländern alle Verkehrsmittel der dortigen Verkehrsverbünde nutzen. Zumindest in den Zügen der ÖBB und der Westbahn kommt man damit auch in den Osten des Landes. Dort benötigt man dann allerdings, nach heutigem Stand, ein eigenes Ticket für den öffentlichen Nahverkehr.

Im Osten spießt es sich noch am Geld. Die Zuschüsse des Bundes für die durch das Ticket entgangenen Einnahmen werden als zu gering angesehen. Schließlich müsste man dort mit 40 Prozent der Zuschüsse auskommen, bei rund 60 Prozent der bundesweiten Fahrgäste. Insgesamt wird das bundesweite Ticket zur Gänze vom Bund finanziert. Insgesamt sind dafür 2022 150 Mio. Euro budgetiert.

Selbst wenn die Verhandlungen mit dem Verkehrsverbund Ostregion bis zum Nationalfeiertag positiv abgeschlossen werden, könnte die Stufe 1 des Klimatickets auf der Strecke bleiben. Nur dem flächenmäßig kleinsten Bundesland Wien ist es bisher gelungen, ein Jahresticket für den gesamten öffentlichen Verkehr um 1 Euro anzubieten. Je größer die Fläche, desto teurer das Ticket, ist bislang die Devise. In Wien kostet es 365 Euro, in Vorarlberg 385 Euro, in Salzburg 595 Euro, in Tirol 509,40 Euro und in Oberösterreich 695 Euro.

Für die Umsetzung der Bundesland-Tickets um 365 Euro müsste der Bund deutlich mehr Geld in die Hand nehmen. Einnahmeneinbußen werden die Bundesländer erfahrungsgemäß nicht hinnehmen.


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