Klimaticket lässt Ruf nach Öffi-Ausbau laut werden

Arbeiterkammer und Verkehrsexperte fordern den Ausbau des Angebots im öffentlichen Verkehr. Ärger herrscht über das Fehlen der Ostregion.

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Um 1095 Euro soll man mit dem Klimaticket österreichweit die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können.
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Wien – Das am Mittwoch von Verkehrs- und Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) präsentierte KlimaTicket Now hat für einige Verwirrung gesorgt. Das österreichweite Öffi-Ticket gilt nämlich im Nahverkehrsbereich bislang nur in sechs Bundesländern, Niederösterreich, Wien und das Burgenland sind vorerst nicht dabei. Kritik kommt von der Arbeiterkammer (AK), Verkehrsexperten sehen das Ticket positiv.

Einen Fortschritt ortet auch der Tiroler AK-Präsident Erwin Zangerl. Den Nutzen eines solchen Tickets sieht er jedoch derzeit begrenzt. „Ohne einen Ausbau des Angebotes ist das eine zahnlose Aktion. Was nützt einem Pendler ein billiges Ticket, wenn er keine Möglichkeit hat, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu seiner Arbeitsstelle zu kommen?“, stellt Zangerl in einer Aussendung fest. Er verweist auf eine Pendlerstudie des ÖAMTC, laut der 72 Prozent der Pendlerinnen und Pendler ausschließlich das Auto für den Weg zur Arbeit nutzen. Nur sechs Prozent nutzen die Öffis. Der AK-Präsident fordert einmal mehr den Ausbau der Verbindungen, gerade im ländlichen Raum.

📽️ Video | Klimaschutzministerin zu "Klimaticket"

Unverständnis dafür, dass die Ostregion bislang beim KlimaTicket fehlt, kommt von der AK Wien. „Klimaministerium und Verkehrsverbund Ostregion tragen derzeit ihre Meinungsverschiedenheiten auf dem Rücken der Fahrgäste aus“, kritisierte Maria Kubitschek von der AK Wien. Sie fordert zudem „Maßnahmen in Richtung einer Mobilitätsgarantie für alle“.

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Das KlimaTicket startet am 26. Oktober in ganz Österreich. Bislang hat das Verkehrs- und Umweltministerium Verträge mit den Bundesländern Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich, Kärnten und Steiermark sowie den ÖBB und der Westbahn geschlossen. Der Kostenpunkt liegt bei 1095 Euro für ein Jahr. Für alle unter 26 und für Senioren gibt es eine Ermäßigung auf 821 Euro. Von 1. Oktober bis 26. Oktober wird das Ticket um 15 Prozent ermäßigt angeboten.

Verkehrsplaner Günter Emberger sprach im Ö1-Morgenjournal von einer realistischen Preisgestaltung: Ein billiges Auto koste im Monat mindestens 400 bis 450 Euro, daher sei ein Jahresticket „sicherlich das Zehnfache wert“. Laut Emberger brauche es aber Begleitmaßnahmen wie eine Verbesserung des Öffi-Angebots, „weil ja mehr Leute umsteigen werden“. Zudem sei eine Anpassung der Pendlerpauschale und der Dienstwagenregelung sinnvoll. Ebenso eine kilometerabhängige Maut und eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung in größeren Gemeinden. (APA, TT)

📽️ Video | Offene Fragen bei "Klimaticket"


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