Brigadier Klaus Egger: Ein Offizier für alle Fälle geht in den Ruhestand

Nach über 40 Jahren beim Österreichischen Bundesheer, davon zehn Jahre in diversen Funktionen im Auslandseinsatz, wechselte der Tiroler Brigadier Klaus Egger in den Ruhestand.

  • Artikel
  • Diskussion
Stationen einer Offizierslaufbahn: Brig. Klaus Egger bei der Übergabe der Fahne der HUAk Enns an General Robert Brieger ...
© HUAk Enns (2), Fischer, Zenhäusern

Von Mario Zenhäusern

Innsbruck – „Frau Bundesminister, Brigadier Nikolaus Egger meldet sich ab.“ Dieser Satz stand am Ende einer langen Karriere beim Österreichischen Bundesheer, die den in Matrei am Brenner geborenen Nikolaus „Nik“ Egger in aller Herren Länder führte und die ihn vor viele Herausforderungen stellte. Nach Militärakademie und ersten Jahren als Offizier – u. a. in der 6. Jäger-Brigade – zog es ihn früh ins Ausland.

... mit Verteidigungsministerin Klaudia Tanner ...

Egger war Kompaniekommandant des UN-Bataillons auf Zypern, militärischer Beobachter im Rahmen der United Nations Truce Supervision Organization (UNTSO) im Libanon, Kommandant des österreichischen Bataillons am Golan, Kommandant des österreichischen Hilfskontingents (ATHUM ALBA) im albanischen Skodra, Kommandant einer UNTSO-Beobachtergruppe in Ägypten und von 2008 bis 2012 Militärattaché in Israel.

Insgesamt verbrachte der Offizier für alle (Spezial-)Fälle an die zehn Jahre im Ausland, meist fernab von seiner Frau und den beiden Töchtern. „Natürlich ist das herausfordernd“, räumt er im Gespräch ein, „aber die Familie hat das mitgetragen.“ Außerdem habe ihn Gattin Gabi nach Ägypten und Israel begleitet.

Nach den Höhepunkten seiner militärischen Laufbahn befragt, nennt Egger den humanitären Hilfseinsatz in Albanien und die vier Jahre in Israel. Der Tiroler war Österreichs erster Verteidigungsattaché in Tel Aviv, musste den Dienst aufbauen, Netzwerke bilden. Für Egger, der die Internationalität bereits in den Jahren zuvor gelebt hatte, alles kein Problem.

"Ice Road": 50x2 Karten für den Premieretag gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

... als UNTSO-Beobachter im Libanon ...

Seine letzte militärische Station führte ihn wieder zurück nach Österreich. Von August 2012 bis zum Mai 2021 kommandierte er die Heeresunteroffiziersakademie (HUAk) in Enns. An die 9000 Unteroffiziere absolvierten in dieser Zeit in der oberösterreichischen Garnison ihre Ausbildung. Worauf legte der Chef besonderen Wert? „Mir ging es um die Entwicklung des Unteroffiziers-Korps, um die Modernisierung der Ausbildung, um die Prägung des Laufbahnbildes und um die Stärkung der pädagogischen Ausbildung der angehenden Unteroffiziere“, antwortet Egger, der mit Stolz auf die vergangenen Jahre zurückblickt. „Die Anerkennung des Unteroffiziersberufes ist gestiegen, die Leute sind bei der Truppe angekommen.“ General Robert Brieger, der Chef des Generalstabs, würdigte bei der Kommandoübergabe die besondere Berufsauffassung des Tirolers: „Bräuchte man ein Musterbeispiel für vorbildlich gelebte soldatische Werte, militärische Kompetenz und menschliche Exzellenz, dann sind diese in der Person Brigadier Nikolaus Egger vereint.“

Wenn er nun seine aktive Laufbahn beendet, dann tut er das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Mir hat Enns sehr gut gefallen, der Beruf hat mir bis zum letzten Tag Spaß gemacht“, sagt Egger. „Und wenn man zurückschaut: Es ist etwas weitergegangen!“ Aber jetzt sei zweifellos ein Lebensabschnitt zu Ende gegangen.

... und als Truppenoffizier in Absam.

Ganz ohne Uniform wird Nik Egger übrigens auch im Ruhestand nicht auskommen. Er ist nämlich Tiroler Landesleiter der Peacekeeper, einer vor 26 Jahren gegründeten Vereinigung ehemaliger Soldaten, die in ihrer aktiven Zeit friedenserhaltende Einsätze für Organisationen wie UNO, OSZE oder NATO absolviert haben. Tirol veranstaltet vom 24. bis zum 26. September in Innsbruck die Bundesversammlung. Zum Festakt am 25. September am Landhausplatz werden an die 100 Peacekeeper aus allen Teilen Österreichs erwartet.


Kommentieren


Schlagworte