Vierte Generation des Škoda Fabia: Ein bisschen mit der Physik spielen

Škoda hat den Fabia auf eine neue Plattform gestellt. Die Antriebe sind nun sämtlich Benziner. Der bisherige Combi bleibt noch auf der alten technischen Basis im Programm.

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Länger, breiter, niedriger und nach wie vor citytauglich handlich ist die vierte Generation des Škoda Fabia. Leistung: 65 bis 150 PS.
© Škoda

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Gdansk – Der Erfolg von Škoda wurzelt in zwei Modellreihen: dem Octavia und dem Fabia. In dieser Reihenfolge. 1996 hatte der mittelklasseformatige Kompakte bei den Tschechen eine neue Ära eingeleitet. Deren Fortsetzung erfolgte 1999 mit dem Kleinwagenmodell Fabia, als Nachfolger des Felicia. Škoda setzte mit überdurchschnittlichem Innenraum-Angebot auch hier Maßstäbe. 2000 erweiterten die Tschechen das Karosserie-Offert um einen Lader, genannt Combi. Mit 4,232 Metern Länge und über drei Generationen anhaltender Nachfrage: Aktuell wird der Fabia zu mehr als fünfzig Prozent in der Langheck-Variante geordert.

Der Eintritt in seine vierte Karriere-Phase soll die Säulen-Position des Fabia weiter festigen. Die Neuauflage geht mit einem Technik-Wechsel einher. Nun steht auch er auf der MQB-A0-Plattform des Konzerns. Das bringt ihm Längen- und Breitenwachstum ein. Erstmals überragt er die Vier-Meter-Marke (plus 111 mm).Knapp fünf Zentimeter sind in der Breite hinzugekommen. Der Radstand ist auf 2,564 Meter gewachsen. Es geht sich trotzdem ein Kofferraum-Zuwachs um 50 Liter gegenüber dem Vorgänger aus. Mit einem Ladegut-Fassungsvermögen von 380 bis 1190 Litern ist der Tscheche Klassen-Primus.

Motorisch ist das Programm auf Benziner reduziert. Diesel gibt es nicht mehr, ebenso wie Erdgas. Das Portfolio besteht zum Start aus einem 1.0 MPI mit 80 PS und einem 1.0 TSI mit 95 oder 110 PS. Hinzukommen werden ein 1.0 MPI mit 65 PS sowie ein 1.5 TSI mit 150 PS. Aus Kostengründen (noch) kein Thema ist die Elektrifizierung. Um dennoch Reichweiten von bis zu 900 Kilometern aus 40 Litern Tankinhalt zu realisieren, haben die Entwickler laut eigenen Aussagen „ein bisschen mit der Physik gespielt“. Das bezieht sich neben den reibungreduzierten Motoren vor allem auf die Aerodynamik, anhand einer Kühlerjalousie (mit aktiv verstellbaren Lamellen), teilweise geschlossenem Unterboden und optimierten Räder-Designs.

Im Zuge der Erneuerung erfolgte eine umfassende Digitalisierung samt permanentem Online-Status. Das TFT-Kombiinstrument kann bis zu 10,25 Zoll groß sein, das Zentraldisplay für Infotainment und Navigation misst bis zu 9,2 Zoll. Assistenztechnisch wurde ebenfalls nachgelegt. LED-Licht und -Leuchten gehören nun unter anderem dazu.

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Im Fahrbetrieb – Proband war das 80-PS-Modell – macht sich der längere Radstand in noch satterer Fahrstabilität bemerkbar (auch wenn der dichte Verkehr rund um und in Gdansk nur wenige flotte Passagen ermöglicht hat). Dämpfung und Federung sind, nach Škoda-Manier, auf passagierfreundlichen Komfort ausgelegt. Der Umgang mit der Bordtechnik erfordert kaum Ein- oder gar Umgewöhnung. Es fällt, weil selbstverständlich wirkend, die neue Erwachsenheit gar nicht so sehr auf. Auch nicht, dass er ein wenig länger geworden ist. Sehr wohl aber, dass die Platzverhältnisse noch kommoder sind und dass die Gesamt-Anmutung auf dem Niveau des Crossover-Bruders Kamiq angekommen ist – inklusive zum Beispiel Klimaautomatik, auch im Fond.

Karosserie-Vielfalt wird in der Kleinwagen-Klasse so gut wie nicht mehr praktiziert. Škoda macht da eine Ausnahme, der Combi bleibt. Vorerst. Allerdings fürs Erste weiterhin als Vertreter der Generation III. Geplant ist derzeit, dass der Lader bis 2023 im Programm bleibt. Ob es die Generation IV als Langheck geben wird, ist noch nicht entschieden.

Die Markteinführung des neuen Fünftürers ist im Prinzip bereits erfolgt. Die Start-Motorisierungen sind schon bestellbar, ab 17.170 Euro (1.0 MPI, 80 PS). Ausgeliefert werden die ersten Fahrzeuge im Herbst.


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