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Analyse

Analyse zur Treibhausgas-Bilanz: Kaum mehr als ein kurzes Luftholen

Am 11. Dezember 1997 verpflichteten sich die UN-Mitgliedsstaaten im so genannten Kyoto-Protokoll zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen. Auf dem in Japan unterzeichneten Abkommen basieren alle weiteren – meist mit großem Pomp verkündeten – umweltpolitischen Absichtserklärungen. Nüchterne Bilanz: Nach 24 Jahren liegt der Ausstoß von schädlichen Treibhausgasen weltweit um rund 60 Prozent höher als 1990.

Auch Österreich demonstriert seit Jahrzehnten mangelnden Umsetzungswillen. Die erste Kyoto-Hausaufgabe, die Reduzierung der Emissionen um 13 Prozent bis 2012, wurde erst auf die lange Bank geschoben und dann schlichtweg nicht erledigt. Und so wird das im Großen und Ganzen bis heute gehandhabt. 1997 betrug der jährliche Ausstoß an Treibhausgasen 79 Millionen Tonnen, 2015 waren es 78,9 Mio., 2019 bereits wieder 79,9 Millionen Tonnen.

Nun drängt die EU in Richtung völliger Dekarbonisierung des Kontinents bis 2050. Die neue Hausaufgabe: Klimaneutralität bis 2050. Österreich soll das – wie Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) kürzlich verkündete – schon 2040 erreichen. Der Blick zurück und die Reaktionen auf Gewesslers Ankündigung lassen nichts Gutes ahnen. Vertreter der Wirtschaft betonten, man stehe „voll hinter den Klimazielen“, aber bitte ohne „Gold Plating“ – sprich: Wieso sollen wir mehr tun als die anderen?

Umfragen, in denen sich bis zu 80 Prozent der Bevölkerung wegen des Klimawandels besorgt zeigen und von der Politik verlangen, dass etwas getan wird, sind kaum mehr als Lippenbekenntnisse. Das legt ein Blick auf die Treibhausgas-Bilanz 2020 nahe. Corona brachte unter anderem beim Verkehr einen Rückgang von 14 Prozent. Das zeigt, wie viel allein in diesem Bereich möglich wäre. Betonung auf wäre. Zeigt sich doch gegenwärtig wieder eine deutliche Zunahme bei den Emissionen im Verkehr. So gesehen war der Rückgang der Emissionen von rund sechs Millionen Tonnen kaum mehr als ein kurzes Luftholen.

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