Kampf gegen Faulbrut bei Bienen in Telfs und Tulfes

Die Faulbrut, auch Bienenpest genannt, ist hochansteckend und meldepflichtig. Dank der Kontrolle Hunderter Stöcke im Sperrgebiet konnte sie eingedämmt werden.

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Erwachsene Bienen schädigt die Faulbrut nicht, auch der Honig ist für den Menschen genießbar.
© Liebl

Von Alexandra Plank

Innsbruck –Für die Amtstierärzte und die von ihnen beauftragten Imker im Bezirk Innsbruck-Land, genauer in Telfs und Tulfes, waren die vergangenen 14 Tage ein Wettlauf gegen die Zeit. „Die amerikanische Faulbrut taucht immer wieder auf, auch in Tirol. Das Wichtigste ist, dass man sie früh genug entdeckt, die befallenen Völker vernichtet und dafür sorgt, dass die Verbreitung eingedämmt wird“, sagt Reinhard Hetzenauer, Präsident des österreichischen Imkerbundes.

„Die Faulbrut schädigt den Nachwuchs, für die erwachsenen Bienen ist sie ungefährlich“, sagt der Fachmann. Da sie hochansteckend sei und in andere Stöcke eingetragen werden könne, sei es nötig, eine Bannmeile von drei Kilometern um die betroffenen Stöcke zu errichten und alle zu kontrollieren. „Die Amtstierärzte wären damit zeitlich überfordert, daher bestimmen sie Bienensachverständige vor Ort.“ Erst vor Kurzem meldete die TT, dass der Faulbrutausbruch im Oberland endlich unter Kontrolle sei. „Dort war das Problem, dass sich die Seuche schon auf etliche Orte ausgedehnt hatte“, so Hetzenauer.

Die Brut wird vernichtet, hier ein Befall. Die Krankheit ist hochansteckend, im Umkreis muss alles kontrolliert werden.
© AGES

Ein Hauptrisiko sei, wenn von den Bienen fremder Honig in den Stock eingetragen werde. „Finden die Bienen keinen Nektar mehr, bedienen sie sich etwa bei Recyclinghöfen in unausgewaschenen Honiggläsern.“ Zudem würden Völker aus dem Ausland zugekauft. „In vielen Nachbarländern dürfen Antibiotika eingesetzt werden, diese töten die Faulbrut nicht ab, die Tiere scheinen aber gesund zu sein“, so Hetzenauer.

Der Varroamilbe, die den Imkern horrende Verluste bescherte, sei man Herr geworden. Derzeit werde daran geforscht, den heimischen Bienen einen erhöhten Putztrieb anzuzüchten. Die asiatischen Bienen, die den Erreger kennen, reinigen sich bereits gegenseitig von den Parasiten.

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