Plus

Afghanen in Tirol: „Familien betteln uns am Telefon um Hilfe“

Afghanen, die in Tirol leben, erreichen täglich verzweifelte Hilferufe von Verwandten und Freunden aus der alten Heimat.

  • Artikel
  • Diskussion
Hier lebende Afghanen wie Fatheme (im Bild mit Tochter Mobina) haben Kontakt in die alte Heimat.

Von Liane Pircher

Innsbruck –Aufgeregt scrollt Shehzad E. auf seinem Handy und zeigt Bilder und Nachrichten, die ihn aus Afghanistan erreichen: „Das ist ein Bekannter, der auf einer Demonstration gegen die Taliban in Jalalabad erschossen wurde.“ Das Foto zeigt einen in Tüchern umhüllten etwa 20-Jährigen. Täglich würden Hilferufe kommen: „Meine Schwester lebt z. B. in den USA, auch sie bekommt Dokumente geschickt. Die Menschen hoffen, dass Afghanen im Ausland etwas für sie tun können“, sagt Shehzad. Tun kann der 31-Jährige, der selbst einen fixen Aufenthaltstitel und seit Jahren eine Arbeitsstelle in Österreich hat, für seine Verwandten und Freunde nichts. Das zu ertragen sei schwer.

Die Lage sei unübersichtlich und selbst für viele Afghanen ging alles zu schnell: „Keiner konnte sich vorstellen, dass sogar Kabul eingenommen wird.“ Es gebe überall Tote und auch bereits Berichte, dass die Taliban Leute verschleppen. „Es bricht alles zusammen, es herrscht Panik“, so Shehzad.


Kommentieren


Schlagworte