Ein Baukünstler an der Schwelle zur Modern

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Das um 1910 von Theodor Fischer geplante Haller Postgebäude.
© Kuratorium für Technische Kulturgüter

Hall – Als im vergangenen Jahr das von der Südtiroler Gemeinde Lana archivierte Planmaterial systematisch gesichtet und katalogisiert wurde, stieß man auch auf die Pläne der örtlichen Knabenschule. Die um 1910 vom deutschen Architekten Theodor Fischer geplant wurde genauso wie etwa zeitgleich das Post- und Sparkassengebäude von Hall. Zwei Bauten, die bis heute im Wesentlichen unverändert und noch immer in der ursprünglichen Verwendung erhalten sind.

Und die die einzigen Bauten in Tirol bzw. Südtirol des zu seiner Zeit im süddeutschen Raum sehr umtriebigen Architekten sind, der alles andere als ein Erneuerer der Baukunst war, allerdings ein sehr sensibler Weiterbauer von Bestehendem, ohne zum Eklektiker zu werden.

Die von Horst Hambrusch und Wittfrida Mitterer kuratierte und vom Kuratorium für Technische Kulturgüter in Südtirol und dem Archiv für Bau.Kunst.Geschichte der Innsbrucker Uni initiierte kleine Wanderausstellung, die an diesen „Architekten der Zeitenwende“ erinnert, macht derzeit in der Haller Burg Hasegg Station, bevor sie in die Münchner Pinakothek der Moderne weiterwandern wird.

Anhand von 30 Schautafeln wird hier vorgeführt, wie Fischer als Baukünstler getickt hat. Wie wichtig ihm das Eingehen auf den jeweiligen Bauplatz, auf dessen Geschichte, auf städtebauliche Situationen, auf Maßstäblichkeit war. Ein Musterbeispiel dafür ist sein Haller Post- und Sparkassengebäude, das sich formal ganz seiner Umgebung unterordnet, um allerdings in der Formulierung von Details bzw. in der Verwendung von Materialien doch ganz im damaligen Heute verortet zu sein.

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Durch Fotos, wunderschön gezeichnete Pläne – auch von architektonischen Details – und eine Reihe von originalen Versatzstücken wie einer alten Schulbank aus Lana, einem Kreuz oder einer Türe aus Hall wird Theodor Fischer dem Besucher nähergebracht. Eine gute Vorbereitung für das Symposium, das am 3. September im Archiv für Bau.Kunst.Geschichte stattfinden wird. (schlo)

Burg Hasegg. Hall; bis 4. September; Fr–So 10–17 Uhr


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