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Handelsverband-Chef Will im Gespräch: „Weniger ist mehr, lautet das Credo“

Rainer Will (Handelsverband) rechnet, dass die Beschaffungskrise noch vier Monate dauern und reiner Online-Handel es auch künftig schwer haben wird. Die „Green Commerce Initiative“ mache den Handel umweltbewusster.

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Die Kurzlebigkeit der Modeindustrie wird von Umweltschützern kritisiert.
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Laut Konjunkturprognosen scheint die Coronakrise vorbei. Laut einer Studie von EY und Handelsverband rechnen aber 43 Prozent der Handelsunternehmen mit sinkenden Umsätzen. Warum?

Rainer Will: Richtig, die österreichische Konjunktur hat sich zuletzt positiv entwickelt. Laut WIFO konnte das heimische BIP im zweiten Quartal um 4,3 Prozent zulegen. Auch die Zuversicht der Verbraucher ist im Sommer gestiegen. Während der dritte und vierte Corona-Lockdown Anfang des Jahres noch deutlich auf die Konsumstimmung gedrückt hatten, hat das Konsumbarometer des Handelsverbandes im Juni sogar einen neuen Rekordwert erreicht.

Sorgen macht uns allerdings die pessimistische Einkommenserwartung sowie die hohe Sparneigung der Österreicher. Die Sparquote hat sich innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Die Folgen der Pandemie werden auch im laufenden Geschäftsjahr im Handel Spuren hinterlassen. Heuer erwartet zwar die Mehrheit der Betriebe steigende Umsätze, immerhin 43 Prozent rechnen jedoch mit noch höheren Verlusten als schon im Corona-Jahr 2020. Besonders betroffen sind kleine Unternehmen sowie jene Händler, die stark vom internationalen Tourismus abhängig sind.

Zur Person

Rainer Will (42) studierte Betriebswirtschaft. Er war beim Institute for International Research. Im Kabinett von Reinhold Mitterlehner (ÖVP) war Will Berater. Seit 2014 ist er Geschäftsführer des Handelsverbandes. Will hat eine Wettbewerbsklage gegen Amazon gewonnen, um einen fairen Marktplatz für kleine Händler zu erwirken.

Gehen die Menschen weniger einkaufen?


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