Impfpflicht an Tirol Kliniken sorgt für politischen Schlagabtausch

Die Tirol Kliniken setzen die Empfehlung von Gesundheitslandesrätin Annette Leja bei neuen Mitarbeitern um. Die Tiroler Grünen begrüßen das, während die FPÖ vor allem an LH Platter scharfe Kritik übt. VP-Klubobmann Wolf hält an der Position der Landesregierung fest.

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Für neue Mitarbeiter an der Innsbrucker Klinik gilt ab sofort eine Impfpflicht.
© APA/EXPA/JOHANN GRODER

Innsbruck – Der Druck auf Nicht-Geimpfte steigt in vielen Ländern. Nicht nur, dass die Politik in Österreich die 1-G-Regel (geimpft) als Zutrittsvoraussetzung etwa in der Gastronomie in Erwägung zieht: Die Impfung wird vielerorts zur Bedingung bei Neueinstellungen. Für die Tirol Kliniken (Innsbruck, Hall, Hochzirl/Natters) gilt das ab sofort, auch für all jene, die dort ein Praktikum absolvieren. „Wir halten uns an die Empfehlung von Landesrätin Annette Leja“, sagt ihr Sprecher Johannes Schwamberger. Auch in Kindergärten gehen immer mehr Gemeinden dazu über, von neuen Mitarbeitern eine Impfung zu verlangen.

Nach der vorwöchigen Impfoffensive appelliert Leja erneut an die Ungeimpften, sich immunisieren zu lassen. „Bei nur 1,86 Prozent der bisher geimpften Tirolerinnen und Tiroler trat eine symptomatische Infektion auf.“ Eine Impfung sei der beste Schutz.

Zustimmung von den Grünen, Kritik von der FPÖ

Die Tiroler Grünen begrüßten am Dienstag in einer Stellungnahme den Schritt der Tirol Kliniken. „Die Krankenhäuser des Landes müssen ein Schutzraum für die Gesundheit der Menschen sein", wurde Gesundheitssprecher und Klubobmann Gebi Mair zitiert. Patienten, die nicht mobil sind, können sich laut Mair nicht aussuchen, von wem sie untersucht werden, wer ihre Pflege oder Therapie vornimmt, wer sich um Essen und Reinigung kümmert. Deshalb sei es wichtig, dass sie sich darauf verlassen können, dass die Mitarbeiter der Häuser „das Zumutbare“ tun, um eine Verbreitung des Coronavirus in den Krankenhäusern zu unterbinden, so Mair.

Heftige Kritik kam am Dienstag hingegen von der Tiroler FPÖ. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) habe die Tiroler Bevölkerung „eiskalt belogen“. Dieser habe noch im Juli eine Impfpflicht im Landesdienst dezidiert abgelehnt, kommentierte FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger. „Platters Worte sind nicht das Papier wert, auf denen sie geschrieben sind, er hat keine Handschlagqualität", fügte der FPÖ-Chef hinzu.

Die Tiroler ÖVP streitet das ab: Klubobmann Jakob Wolf betonte via Aussendung am Dienstag, dass es im Tiroler Landesdienst nach wie vor keine Impfpflicht geben werde, denn das sei die klare Position der Landesregierung. Die Empfehlung der Gesundheitslandesrätin beziehe sich darauf, bei Neuanstellungen in sensiblen medizinischen Bereichen geimpften Bewerberinnen und Bewerbern den Vorzug zu geben.

„Diesen Weg gehen die Tirol Kliniken in ihrer Verantwortung, um den maximalen Schutz für die dortigen sensiblen Bereiche bestmöglich sicherzustellen“, so Wolf. Mit einer Impfpflicht habe dies jedoch nichts zu tun. „Die FPÖ sollte sich besser darauf konzentrieren, durch ihr verantwortungsloses Impfbashing nicht noch mehr Verunsicherung oder Parlaments-Cluster zu produzieren statt sich in das Management einer Universitätsklinik einzumischen,“ sagte Wolf. (TT, TT.com)


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