Erdbeben auf Haiti: Tausende Kinder obdachlos, Papst spendet 200.000 Euro

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Tausende Kinder wurden bei dem schweren Erdbeben obdachlos.
© RICHARD PIERRIN

Port-au-Prince – Nach dem schweren Erdbeben auf Haiti mit über 2.200 Todesopfern und mehr als 52.000 zerstörten Häusern hat das SOS Kinderdorf einen Spendenaufruf veröffentlicht. Zahlreiche Kinder, die ihre Familienangehörigen verloren haben, seien nun obdachlos und irrten auf den Straßen umher.

"Diese Katastrophe trifft in besonderem Ausmaß die Kinder. Sie brauchen nun dringend Hilfe", so Faimy Loiseau, Leiterin von SOS-Kinderdorf Haiti, in einer Aussendung. In der am heftigsten betroffenen Region im Südwesten des Karibikstaats fehle es an Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und Notunterkünften. "Darüber hinaus brauchen Kinder, die ihr Zuhause und ihre Eltern verloren haben, dringend psychosoziale Unterstützung", so Loiseau. Die Versorgungslage hat sich durch den Durchzug des Tropensturms "Grace" weiter zugespitzt.

Direkt vor Ort sollen Kinder in Kinderschutzzentren einen sicheren Ort finden und psychologisch betreut werden, um Traumatisierungen entgegenzuwirken. Mittelfristig soll in diesen Nothilfe-Tagesstätten auch provisorischer Unterricht stattfinden können.

Spendenmöglichkeit

SOS Kinderdorf: IBAN AT 62 1600 0001 0117 3240, Kennwort: Haiti, nähere Informationen auf www.sos-kinderdorf.at/nothilfe-haiti

Papst spendet 200.000 Euro

Papst Franziskus hat eine Spende von 200.000 Euro zur Unterstützung des haitianischen Volkes zugesagt. Den Menschen solle in dieser Notfall-Lage geholfen werden, die zusätzlich zur schwierigen Corona-Situation dort hinzukomme, teilte der Heilige Stuhl am Dienstag mit. Das Geld werde an die am stärksten betroffenen Diözesen verteilt, die damit wiederum den Opfern des Bebens helfen sollen.

Der Papst entschied außerdem, Gelder nach Asien zu schicken. 69.000 Dollar (rund 59.000 Euro) an Soforthilfen gingen den Angaben des Vatikans zufolge nach Bangladesch, das im Mai von einem Zyklon heimgesucht wurde. 100.000 Euro seien für Vietnam bestimmt, das mit der Wirtschaftskrise ausgelöst durch die Corona-Pandemie kämpfe.

Der Vatikan lässt krisengeplagten Regionen immer wieder Geld zukommen. Die meisten Spenden kommen aus dem Peterspfennig, der weltweiten Spendensammlung für die Kirche. Laut des zurückliegenden Finanzberichts waren in 2020 etwa 50 Millionen Euro im Peterspfennig.

Wegen der Pandemie schickte der katholische Kirchenstaat medizinisches Gerät zum Beispiel nach Armenien oder in südamerikanische Länder. Im Dezember letzten Jahres unterstützte der Vatikan Arme in Syrien, indem jedem Bistum des Landes 60.000 Euro zukamen. Als das Coronavirus im März des vergangenen Jahres Italien überrollte, spendete Franziskus 100.000 Euro an die italienische Caritas. (APA, dpa)


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