30. IFFI von 5. bis 10. Oktober: Brüchige Ewigkeiten in krisenhaften Zeiten

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Gianfranco Rosis „Notturno“ eröffnet das 30. IFFI.
© Filmladen/IFFI

Innsbruck – „Alles war für immer, bis es nicht mehr war“ – so hat der Anthropologe Alexei Yurchak eine Studie über den Kollaps der Sowjetunion überschrieben. Anna Ladinig, Leiterin des Internationalen Filmfestivals Innsbruck (IFFI), ist bei den Recherchen zur heurigen Retrospektive darauf gestoßen. Die will Versprechen und Verfall der UdSSR durch Filme von Dziga Vertov bis Aleksandr Sokurov nachzeichnen.

Doch Yurchaks Satz strahlt auch in ein pandemisches, von Klimawandel, Kriegen und Konflikten geprägtes Heute. Deshalb hat ihn Ladinig zum Festivalmotto des 30. IFFI gemacht. „Wir befinden uns in krisenhaften Zeiten, trotzdem werden Maßnahmen zur Abwendung der Krisen als Rückkehr in die Steinzeit verunglimpft“, sagt sie. Ladinig verantwortet ihr zweites Festival. Im Vorjahr war nur ein Streamingangebot möglich. Der runde Geburtstag soll von 5. bis 10. Oktober wieder in Leokino und Cinematograph gefeiert werden.

Eröffnet wird das IFFI mit „Notturno“, dem neuen Film des italienischen Regisseurs Gianfranco Rosi. Mehr als hundert Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme stehen an den Folgetagen auf dem Programm. Neben dem Spielfilmpreis (5500 Euro) und dem Dokumentarfilmpreis (3000 Euro) werden ein Publikumspreis (2000 Euro) und der Südwind-Filmpreis (1000 Euro) vergeben. Bereits vor Festivalstart lädt das IFFI mit dem Verein Vogelweide am 23. und 24. September zu Freiluft-Vorstellungen in den Waltherpark. Gezeigt werden Pablo Larraíns „Ema“ und die Musikdoku „Sisters with Transistors“. (jole)

30. Internationales Filmfestival Innsbruck. 5. bis 10. Oktober. www.iffi.at


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