Schaftrieb von Südtirol ins Ötztal: Uralte Tradition soll zur Marke werden

Die Transhumanz, der alljährliche Schaftrieb von Südtirol ins Ötztal, wird Mittelpunkt eines engagierten Kooperationsprojektes.

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Seit Dezember 2019 ist die Transhumanz (hier der Schaftrieb von Südtirol ins Ötztal) Teil des Immateriellen Welterbes der Unesco und die Schnalser Schaftriebe sind ein repräsentatives Beispiel desselben.
© TVB Schnalstal

Sölden – Bereits 2011 wurde der alljährliche Zug der Schafe vom Schnalstal in Südtirol über den Alpenhauptkamm ins hintere Ötztal in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Seit 2021 ist diese als „Transhumanz“ bekannte Weidewirtschaft sogar Weltkulturerbe – und der Schaftrieb vom Schnals- ins Ötztal gilt als repräsentatives Beispiel dieser uralten Tradition.

Nun soll ein „transnationales Projekt“ mit dem Vinschgau „die jahrhundertealte Geschichte der Transhumanz ans Licht bringen, aufbereiten und der Öffentlichkeit zugänglich machen“, heißt es seitens des Vereins Regio Imst. Geplant sind dafür eine eigene Internetplattform, die Erarbeitung einer „Marke Kulturerbe Transhumanz“ und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit mit Hilfe eines Kurzfilms sowie auch mit einer Publikation. Denn das mediale Interesse an diesem Schaftrieb nimmt stetig zu. Außerdem soll die Verbindung der beiden Täler intensiviert werden. „Wir wollen das Projekt mit 1. November starten“, sagt der verantwortliche Mitarbeiter von Regio Imst, Gebhard Tschavoll.

„Ziel dieses Vorhabens ist es, ausgehend vom immateriellen Kulturerbe Transhumanz als Schnittstelle zwischen Landwirtschaft, Tradition, Geschichte, Kulturerbe, Biodiversität, Nachhaltigkeit und Kulinarik, mittelfristig die touristische Positionierung noch weiter in Richtung Kultur- und Qualitätstourismus zu schärfen“, heißt es in der Projektbeschreibung weiter.

Wie alt die Transhumanz im hinteren Ötztal ist, lässt sich nicht sagen. Thomas Schmarda, Geschäftsführer des Naturparks Ötztal, geht in einer Zusammenstellung von Jahrtausenden aus. Ackerbau und Viehzucht entstanden im Alpenraum um 5000 v. Chr., um 4500 v. Chr. gibt es den Nachweis von Brandrodung und Weidewirtschaft auf der Gurgler Alm. 1357 wurden die Schnalser Weiderechte am „Rofenberg“ dokumentiert, hält Schmarda fest. Und aus dem Jahr 1415 stammt ein Weiderechtsvertrag von Vent/Niedertal. (pascal)


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