Zehn Jahre „Sovista“: Enges Sozialnetz im Stanzertal selbst geknüpft

Stanzertaler Initiative feiert Jubiläum: Soziale Visionen jenseits von Behörden und Institutionen umgesetzt.

  • Artikel
  • Diskussion
Im Umfeld des Wohn- und Pflegeheims Flirsch schlug 2011 die Geburtsstunde des Sozialvereins Sovista.
© Wenzel

St. Anton, Pettneu, Flirsch, Strengen – Am Anfang standen ein sozial engagiertes Frauen-Trio sowie ein zweijähriges Förderprojekt, finanziert aus Leader-Mitteln der EU, des Bundes und des Landes Tirol. Das Kind, das vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben worden ist, heißt „Sovista“ (Soziale Vision Stanzertal). „Nicht nur die Zielsetzung, auch die Namensfindung war ein cooler Prozess“, erinnerte sich am Mittwoch der Flirscher Bürgermeister Roland Wechner. „Sovista ist es zu verdanken, dass wir heute eines der besten Sozialnetze weit und breit haben und stolz sein können.“

Die drei Damen sind bis heute aktiv – Obfrau Maria Kössler sowie ihre Stellvertreterinnen Kathrin Hörschläger und Margarethe Gonzo. „Sovista ist aus der Bevölkerung entstanden. Also aus der Basis, abseits von Behörden und Institutionen“, hob Hörschläger hervor. Man habe Lücken im Sozialnetz des Tales gesehen, Ideen zur Lösung von Problemen entwickelt und ein motiviertes ehrenamtliches Team aufgebaut. Kössler und Gonzo geben Einblick: Der Bogen der Aktivitäten reiche von Tagesbetreuung für Senioren, Unterstützung für pflegende Angehörige, Erste-Hilfe-Kursen für Omas und Opas, Trauerbegleitung für Kinder bis hin zu Schuldner- und Familienberatung. Sovista hat auch die Computerias im Stanzertal initiiert und ein „Kochbuch für Generationen“ herausgegeben.

Seit 2017 betreibt der Verein Büro im Haus des Lebens (Haus für betreubares Wohnen) in St. Anton. Dort hat die im Rahmen des Case & Care-Managements beschäftige Kümmerin – Manuela Falch-Rutz – ihren Stützpunkt. Über ihre Einsätze in der Corona-Zeit schildert sie: „Viele Alleinstehende mussten unter Einsamkeit leiden. Für sie war es oft nur wichtig, dass sie jemanden zum Reden haben.“

Hingegen sei die „Besorgungshotline“ für Lebensmittel und Medikamente , die Sovista zu Beginn der Pandemie eingerichtet hatte, weniger genutzt worden. „Aber das zeigt uns, dass die Nachbarschaftshilfe funktioniert“, resümiert Gonzo. Mit Blickrichtung Zukunft sagte sie: „Immer mehr wird klar, dass Kinder zu den Leidtragenden in der Covid-Krise zählen. Ich denke, da haben wir noch ein breites Feld an Aufgaben.“ Und im Freiwilligenteam sei Verstärkung „jederzeit willkommen“. (hwe)

"Ice Road": 50x2 Karten für den Premieretag gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte