Drei-Stufen-Plan gegen Verschwörungstheorien

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"Die Politik muss die Verbreitung von Verschwörungstheorien weitestgehend eindämmen", sagt Dominik Oberhofer.
© Foto Rudy De Moor

Innsbruck – Freimaurer haben Wolfgang Amadeus Mozart umbringen lassen, die Erde ist eine Scheibe und Neil Armstrong und Buzz Aldrin wandelten nicht über den Mond, sondern lediglich durch ein Filmstudio. Verschwörungstheorien sind kein Phänomen des 21. Jahrhunderts. Durch die Pandemie haben sie allerdings eine noch nie dagewesene Verbreitung erfahren. Immer mehr Menschen glauben diese ständig extremer werdenden Anschauungen, warnen Experten. Die Tiroler NEOS wollen dieser Entwicklung entgegenwirken und haben dafür einen Drei-Stufen-Maßnahmenplan entwickelt, den sie in der kommenden Landtagssitzung einbringen.

Verschwörungstheorien würden oft verfassungsrechtlich garantierte demokratische Grundwerte verleugnen, sagt NEOS-Landtagsklubchef Dominik Oberhofer. Dadurch zerstörten diese Ideologien das Vertrauen in demokratisch legitimierte Institutionen und sorgten dafür, dass sich Leute aus demokratischen Prozessen, aber auch zivilgesellschaftlichen Tätigkeiten zurückziehen. „Deshalb müssen wir mit allen Mitteln gegen diese Entwicklung arbeiten.“

Ein erster Schritt sieht laut Oberhofer vor, die Bevölkerung präventiv mit Wissen gegen Falschmeldungen zu wappnen. „Wir wollen in allen Tiroler Pflichtschulen verpflichtende Workshops ab der siebenten Schulstufe und ausreichend Weiterbildungsangebote in Sachen Medien- und Informationskompetenz für Erwachsene“, erklärt der NEOS-Klubchef. Weiters fordert er, ein neues Beratungsangebot für Betroffene und Angehörige zu schaffen. „Wenn Menschen aus dem persönlichen Umfeld plötzlich an Verschwörungstheorien glauben und diese auch verbreiten, fühlen sich Angehörige oder Freunde oftmals überfordert. Da braucht es einen niederschwelligen Zugang und Initiativen, die helfen, um aus dem Netz der Verschwörungstheorien auszubrechen.“ Abrunden soll das Maßnahmenpaket eine Informationskampagne, welche die Brisanz des Themas sichtbar macht.

Die Corona-Krise würde das Grassieren kruder Thesen begünstigen, sagt Oberhofer. „Und das wird zunehmend zur Gefahr für unsere Demokratie. Die Politik muss die Verbreitung von Verschwörungstheorien weitestgehend eindämmen.“ (bfk)

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