Pestizide und undefinierter Käse: Pestos schnitten im Test schlecht ab

Bei einer Untersuchung des VKI schnitten Pesto-Produkte schlecht ab. Von 13 Produkten wären nur die Bioprodukte ohne Schadstoffe gewesen. Für geringere Kosten werden billige und "untypische" Zutaten verwendet.

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Traditionell besteht Pesto aus Basilikum, Hartkäse, Knoblauch, Olivenöl, Pinienkernen und Salz. Die getesteten Pestos weichen teilweise stark davon ab.
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Wien – "Pesto Genovese" ist bei Österreichern sehr beliebt. Doch neueste Textergebnisse des Vereins für Konsumenteninformationen (VKI) könnten so manchen den Appetit vergehen lassen: Laut VKI finden sich unter den 13 untersuchten Basilikumpestos nicht nur häufig mindere Zutaten und Zusatzstoffe, sondern auch Pestizidrückstände. Akute oder chronische Gesundheitsgefahr bestehe aber nicht.

Nur drei Produkte konnten im Gesamtergebnis das Urteil "gut" erreichen, "durchschnittlich" wurde acht Mal vergeben und zwei Erzeugnisse mussten mit "wenig zufriedenstellend" bewertet werden. Alle Produkte wurden beim Schadstofftest auf Pestizide geprüft. Dabei stellte sich heraus, dass nur bei fünf Produkten – sämtlich Bioprodukte – keine Pestizidrückstände nachgewiesen wurden. "Zwar enthielt keines der getesteten Pestos so hohe Pestizidrückstände, dass der Verzehr mit einer akuten bzw. chronischen Gesundheitsgefahr verbunden wäre, aber auch niedrige Pestizidgehalte sind nicht völlig unproblematisch", hieß es seitens der Konsumentenschützer.

Undefinierter Käse, Cashews und Sonnenblumenöl

"Zum Teil erhebliche Abweichungen" gab es auch bei der Zutatenliste. Das traditionelle Rezept besteht im Wesentlichen aus Basilikum, Hartkäse, Knoblauch, Olivenöl, Pinienkernen und Salz. Die Ergebnisse zeigten jedoch, dass hochwertige Ingredienzien wie Olivenöl und Pinienkerne oft durch günstigere wie Sonnenblumenöl und Cashewkerne ersetzt würden. Auch beim Käse würden anstelle von Parmesan und Pecorino zum Teil undefinierte Sorten verwendet werden. Der Basilikumanteil schwanke zwischen 12,8 und 58 Prozent.

"Aromen sowie untypische Zutaten wie Kartoffelflocken, Stärke, Reismehl und pflanzliche Fasern aus Mais oder sogar aus Bambus" entdeckten die VKI-Tester ebenfalls. Drei Viertel der Produkte im Test enthielten außerdem Zusatzstoffe, welche die Konsistenz verändern und die Haltbarkeit verlängern. (APA)

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