Land Tirol plant Impfoffensive auf allen Ebenen und in Vereinen

Alle Regierungsmitglieder wurden in die Pflicht genommen, Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi wandte sich an Rektoren der Hochschulen.

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Vor allem für die Studierenden soll es ein niederschwelliges Impfangebot in den nächsten Wochen geben.
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Innsbruck – In einer Koordinationssitzung hat das Land Tirol am Dienstag eine Informationsoffensive für eine breit angelegte Impfkampagne beschlossen. Alle Regierungsmitglieder haben sich darauf verständigt, in ihren Bereichen mit allen Verantwortlichen zu sprechen, damit sich möglichst flächen- deckend Mitglieder von Sport-, Kultur- und Traditionsvereinen oder Feuerwehren impfen lassen. Auf allen Ebenen, so heißt es, solle nichts unversucht gelassen werden, um den Impffortschritt in Tirol zu beschleunigen. Derzeit sind in Tirol 56,4 Prozent vollständig geimpft.

Für den Schul- und Bildungsbereich werden Bildungslandesrätin Beate Palfrader und Gesundheitsreferentin LR Annette Leja in den nächsten Tagen mit eigenen Schreiben an die Direktoren herantreten, damit mit den Eltern gesprochen wird, um möglichst viele Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zu impfen.

Schul- und Hochschulstart: Innsbruck im Mittelpunkt

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) hat sich seinerseits an die Vertreter der Fachhochschulen und die Universitäten in der Landeshauptstadt gewandt. Für die Hochschulen plant das Land ebenfalls ein niederschwelliges Impfangebot. An der Medizinischen Universität sind derzeit bereits bis zu 85 Prozent aller Studierenden voll immunisiert, diese Quote soll bis zu Studienbeginn Anfang Oktober auf mindestens 90 Prozent erhöht werden. Für die Stammuniversität wird ab 1. Oktober die 3-G-Regel eine zentrale Rolle spielen.

Mit Schul- und Hochschulstart steht Innsbruck in den nächsten Wochen besonders im Mittelpunkt. Dazu Georg Willi: „Ich würde mir wünschen, dass die Studierenden geimpft an ihren Studienort Innsbruck kommen.“ Insgesamt gehe es darum, dass sich jetzt vor allem die jungen Menschen impfen lassen, „denn da hinken wir noch gewaltig hintennach“.

📽️ Video | CoV-Regelungen an Universitäten:

Was das Infektionsgeschehen betrifft, verzeichnete Innsbruck zuletzt einen konstanten Anstieg. Nach den Daten des regelmäßigen Abwassermonitorings lässt sich in Tirol aktuell aber keine besondere Dynamik des Infektionsgeschehens ableiten. So war eine signifikante Zunahme der Werte im SARS-CoV-2-Abwasser-Monitoring auch vergangene Woche nicht zu sehen. Die Anzahl der Personen, die Corona-Viren ausscheiden, blieb annähernd konstant – sogar auf einem etwas niedrigeren Niveau als in der Vorwoche. Der letzte deutliche Anstieg der Werte im Abwasser-Monitoring war Anfang Juli bis Anfang August zu beobachten, teilte das Land gestern mit.

Am Donnerstag wurden in Tirol 90 Neuinfektionen gemeldet, die Situation in den Spitälern bleibt stabil auf niedrigem Niveau. In Österreich sind in den vergangenen 24 Stunden 1438 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Das sind etwas weniger Fälle als am Vortag, aber wieder deutlich mehr als im Sieben-Tages-Schnitt (1257). Auch auf den Intensivstationen gab es einen Anstieg. Am Donnerstag mussten dort 95 Patienten behandelt werden, neun mehr als am Vortag. Innerhalb von zwei Wochen hat sich somit die Zahl der Erkrankten in den heimischen Spitälern verdoppelt. (pn)


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