Abwanderung und Pandemie drücken Kommunalsteuer in Innsbruck

Auf Grund mangelnder Erweiterungsmöglichkeiten siedeln immer häufiger Unternehmen aus Innsbruck ab.

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Mit Ende Juli lag Innsbruck bei insgesamt 35,5 Millionen an Kommunalsteuereinnahmen bzw. 5,23 % über dem Vergleich Jänner bis Juli 2020.
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Innsbruck – Die Kommunalsteuer zählt zu den wichtigsten Einnahmen einer Gemeinde. Bemessungsgrundlage der Kommunalsteuer ist der Bruttolohn der Arbeitnehmer. Auf diesen hat der Arbeitgeber drei Prozent zu zahlen – direkt an die jeweilige Gemeinde. Und auch hier hat die Corona-Pandemie schmerzliche Löcher verursacht. Zudem verursacht auch die Abwanderung von Unternehmen einen zum Teil eklatanten Ausfall von Einnahmen.

Auch Innsbruck bekam dies zu spüren. Zwar sind die Einnahmen aus der Kommunalsteuer in den ersten sieben Monaten mit 35,5 Mio. Euro um rund 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, zum Vorkrisenniveau fehlen aber immer noch 1,5 Mio. Euro. Die hohe Zahl an Arbeitslosen und die verminderten Abgaben auf Grund der Kurzarbeit machen sich hier immer noch deutlich bemerkbar.

Ein weiterer Grund für den Rückgang in diesem Bereich ist, dass sich die Zahl der Firmen, die in die Umlandgemeinden ziehen, deutlich erhöht hat. „Gerade deshalb muss es ein Anliegen sein, dass wir mehr und gezielte Aktivitäten in die Standortsicherung setzen“, betont Vizebürgermeister Johannes Anzengruber gegenüber der . So seien unter anderem mit den Firmen Radsport Neuner, Stocker-Kaminsystem, dem Schwarzdecker Ploberger und dem Baukonzern Porr vier namhafte Betriebe abgesiedelt. Grund für die Abwanderung seien meist die fehlenden Erweiterungs- und Ausbaumöglichkeiten. Ob dies längerfristig ein Problem werden könnte, hänge nun davon ab, ob in der Nähe von Innsbruck entlang der Autobahnanbindung neue Gewerbeflächen frei werden. „Grundsätzlich ist der Standort Innsbruck bzw. die Umgebung von Innsbruck aufgrund der an sich guten Öffi-, aber auch Straßen-Anbindung sehr beliebt“, meint Anzengruber.

Es braucht auf jeden Fall eine entsprechende Attraktivierung, damit sich Unternehmen in Innsbruck „wohl fühlen“. Als Beispiel nennt Anzengruber dringend notwendige Investitionen in Infrastruktur sowie öffentlichen Verkehr für die Gewerbegebiete Rossau und Mühlau/Arzl. In Gewerbegebieten müsse man auch über die Möglichkeiten von verdichteter Bauweise nachdenken. Ein weiterer Punkt seien Behördenverfahren, Vorschriften und Auflagen. Hier müsse man zukunftsweisend agieren und gleichzeitig die Verfahrenszeiten minimieren. „Auch eine Kommune muss unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gesehen werden. Wir sind als kleine Volkswirtschaft für viele Bereiche des täglichen Lebens und das Wohlbefinden der Bevölkerung verantwortlich und müssen diesen Aufgaben auch weiterhin entsprechend nachkommen“, so der Vizebürgermeister.

Naturgemäß waren die Begleitumstände bei der Budgeterstellung 2021 für Innsbruck sind von der Corona-Krise. So soll der Schuldenstand der Stadt Ende 20 um die 194,7 Mio. betragen. Daraus ergibt sich eine Erhöhung der Verschuldung um 13,2 Mio. Euro. Das Budget beinhaltet allerdings ein von allen Fraktionen beschlossenes Investitionspaket in der Höhe von 81 Mio. Euro. (hu)


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