Wahl in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin: Rote Frauenpower im Osten

Während im Kanzleramt aller Voraussicht nach ein Mann auf Angela Merkel folgen wird, könnte Berlin bald von einer Frau regiert werden.

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Die zurückgetretene SPD-Ministerin Franziska Giffey will Berlin regieren. Manuela Schwesig ist SPD-Landeschefin von Mecklenburg-Vorpommern.
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Von Gabriele Starck

Berlin, Potsdam – Nicht nur der deutsche Bundestag wird am 26. September gewählt, sondern auch der Landtag in Mecklenburg-Vorpommern und das Abgeordnetenhaus in Berlin. Die größten Aussichten, die beiden Länder nach der Wahl zu regieren, haben zwei Frauen. Und diese haben einiges gemeinsam: Sie gehören der SPD an und waren beide Familienministerin in einer schwarz-roten Bundesregierung unter Angela Merkel (CDU): Manuela Schwesig und Franziska Giffey.

Schwesig ist bereits seit 2017 Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Und ihre Parteikollegin Giffey will in Berlin den Regierenden SPD-Bürgermeister Michael Müller beerben, der er am 26. September ein Bundestagsmandat erringen möchte.

Giffey war im Mai als Bundesministerin wegen seit Langem bestehender Plagiatsvorwürfe zurückgetreten. Schon damals war klar, dass sie bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin antreten würde. Ganz losgeworden ist sie das Plagiatsthema dennoch auch fünf Wochen vor dem Urnengang nicht. Nun behauptet ein Sprachwissenschafter, sie habe auch in ihrer Masterarbeit nicht korrekt zitiert. Laut SPD sind die neuen Vorwürfe im Wahlkampf allerdings wenig überraschend.

Bislang hat das Plagiatsthema Giffey nur mäßig geschadet. Bei den Popularitätswerten liegt die 43-Jährige weiterhin vor den Spitzenkandidaten der anderen Parteien. Und ihre SPD hat in der Vorwoche die Grünen überholt. Sie liegt laut Infratest dimap derzeit bei 23 Prozent, die Grünen nur noch bei 17. Die CDU erhielte demnach in Berlin 19, die Linke 12, FPD 8 und AfD 11 Prozent. Ein rot-grün-rotes Bündnis hätte damit eine Mehrheit. Derzeit wird die deutsche Hauptstadt von einem rot-rot-grünen Senat regiert.

In Mecklenburg-Vorpommern ist das Rennen noch eindeutiger. Hier führen die Sozialdemokraten einer Umfrage des Norddeutschen Rundfunks zufolge mit 36 Prozent, was 5 Punkte mehr wären als bei der Wahl 2016. Mit der Arbeit von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sind der Befragung zufolge 68 Prozent der Wahlberechtigten zufrieden. Schwesig hat gestern im Bild-TV klargestellt, dass sie im Falle einer SPD-geführten Bundesregierung für einen Ministerposten nicht zur Verfügung stehe, sondern in Mecklenburg-Vorpommern bleibe.

Der kleine Koalitionspartner CDU käme derzeit auf 15 Prozent. Die AfD bliebe mit 17 die zweitstärkste Kraft.


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