Transferhammer: Cristiano Ronaldo kehrt zu Manchester United zurück

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Cristiano Ronaldo wechselt von Juventus Turin zu Manchester United.
© AFP/Medina

Manchester, Turin – Nach Lionel Messi hat auch der zweite große Fußball-Superstar diesen Sommer den Club gewechselt. Bei Cristiano Ronaldo ging es am Freitag ganz schnell. Der 36-jährige Portugiese kehrt zu Manchester United zurück. Man habe mit Juventus Turin Übereinkunft über einen Transfer erzielt, gab der neue Arbeitgeber des fünfmaligen Weltfußballers am frühen Abend bekannt. Persönliche Details, das Visum und ein Medizincheck seien aber noch ausständig.

"Welcome home, Cristiano", schrieb United in den Sozialen Medien. Ronaldo hatte bereits von 2003 bis 2009 für die "Red Devils" gespielt, war mit diesen unter anderem dreimal Meister und einmal Champions-League-Sieger. 118 Tore in 292 Pflichtspielen erzielte er damals für United. Für die Rückkehr das Angreifers soll United laut britischen und italienischen Medienberichten 15 Millionen Euro Sockel-Ablöse bezahlen, die sich mit Boni noch um 8 Millionen erhöhen können. Ronaldo wäre bei Juventus nur noch ein Jahr unter Vertrag gestanden.

Portugals Rekordtorschütze verabschiedete sich mit blumigen Worten. "Ich habe mein Herz und meine Seele für Juventus gegeben und ich werde die Stadt Turin bis zum Ende meiner Tage lieben", schrieb Ronaldo am Freitagabend in einem Instagram-Posting. "Am Ende können wir alle zurückblicken und feststellen, dass wir großartige Dinge erreicht haben - nicht alles, das wir gewollt haben, aber wir haben immer noch eine ziemlich schöne Geschichte zusammen geschrieben." Spott brachte Ronaldo aber ein Tippfehler ein. In einer Instagram-Story stand "Grazzie Juventus". Das italienische Wort für Danke wird aber nur mit einem Z geschrieben.

Ronaldo war 2018 für 100 Millionen Euro von Real Madrid nach Turin gewechselt. Mit der "Alten Dame" holte er zwei Meistertitel, sein sechster Triumph in der Champions League blieb ihm aber verwehrt. In der vergangenen Saison reichte es für Juventus erstmals seit 2011 nicht zur Meisterschaft. Die atmosphärischen Störungen mit Ronaldo sollen ihren Teil dazu beigetragen haben.

Medizincheck in Lissabon

Der große Star soll immer unzufriedener geworden sein. Nachdem sich Real gegen eine Rückholaktion entschieden hatte und stattdessen sein Werben um Frankreichs Jungstar Kylian Mbappe verstärkte, schien bis zuletzt Manchester City in der Pole Position um eine Ronaldo-Unterschrift. Am Ende machte aber der Stadtrivale das Rennen. Den noch ausständigen Medizincheck absolviert Ronaldo in Lissabon.

United, in der Vorsaison hinter City Vizemeister, hatte zuvor mit Verteidiger Raphael Varane von Real und Offensivmann Jadon Sancho von Borussia Dortmund bereits zwei Hochkaräter verpflichtet. Ronaldo soll Englands Rekordmeister laut italienischen Medienberichten einen Zweijahresvertrag angeboten haben, der mit wöchentlich 480.000 Pfund (560.000 Euro) dotiert ist. Das Jahresgehalt dürfte sich damit im Bereich von 25 Mio. Pfund (29 Mio. Euro) bewegen. Messis Salär bei Paris Saint-Germain, mit dem ihm der Abgang vom FC Barcelona versüßt worden war, soll allerdings noch einmal darüber liegen.

Während sich der Transfer des Argentiniers in der zweiten August-Woche über Tage angekündigt hatte, überschlugen sich bei Ronaldo am Freitag die Ereignisse. Juve-Trainer Massimiliano Allegri war laut eigenen Angaben am Donnerstag von Ronaldo informiert worden, dass er den Club verlassen wolle. Am Freitag setzte der Italiener dann auch die Öffentlichkeit davon in Kenntnis. Er sei nicht enttäuscht, betonte Allegri. "Der Club ist das Wichtigste. Er war drei Jahre hier und hat seinen Beitrag geleistet, jetzt verlässt er uns und das Leben geht weiter."

Kryptische Statements von Solskjaer vor dem Wechsel

United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer hatte sich in einer Pressekonferenz vor dem Ligaspiel am Sonntag (17.30 Uhr MESZ) bei den Wolverhampton Wanderers dagegen noch kryptisch zu einem möglichen Ronaldo-Transfer geäußert. "Ich habe nicht geglaubt, dass er Juventus verlässt, aber wenn er Juventus verlässt, weiß er, wo wir sind." Er selbst sei ebenso mit Ronaldo in Kontakt gewesen wie dessen portugiesischer Landsmann Bruno Fernandes. "Cristiano ist eine Club-Legende, meiner Meinung nach der größte Fußballer aller Zeiten", schwärmte Solskjaer.

ManCity-Trainer Pep Guardiola gab sich zugeknöpfter. "Meiner Meinung nach gibt es nur wenige Spieler - und dazu gehören Ronaldo und Messi -, die selbst entscheiden, wo sie spielen. Cristiano wird entscheiden, wo er spielen wird, nicht Manchester City oder ich." Wenig später berichteten englische Medien bereits, dass City ein ursprüngliches Angebot zurückgezogen habe. Offizielle Stellungnahme gab es vom englischen Meister dazu aber keine.

Immerhin war von Paris Saint-Germain eine klare Aussage gekommen. "Wir haben niemals mit dem Gedanken gespielt, ihn zu verpflichten", betonte Vereins-Präsident Nasser Al-Khelaifi bereits am Donnerstagabend. Für die Pariser steht ein Verbleib von Mbappe im Mittelpunkt, dessen Vertrag 2022 ausläuft. PSG weigert sich, den 22-Jährigen zu Real ziehen zu lassen, soll hinter den Kulissen aber bereits an einer Ersatzvariante basteln. Laut Medienberichten könnte im Falle eines Mbappe-Abgangs Erling Haaland um etwa 200 Millionen Euro von Dortmund losgeeist werden. Der BVB hat einen Transfer seines Stürmerstars in diesem Sommer aber stets ausgeschlossen.

Auch Juventus muss sich nach einem Nachfolger für seinen Toptorschützen umsehen. Als mögliche Kandidaten gelten der Brasilianer Gabriel Jesus von Manchester City, Ex-Juve-Profi Moise Kean von Everton oder der einst beim Erzrivalen Inter Mailand beschäftigte Mauro Icardi, der bei PSG nicht mehr gebraucht erscheint. Für Spannung ist bis Transferschluss nächsten Dienstag also gesorgt - auch wenn Ronaldo nun vom Markt ist. (APA)


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